Kaffee auf dem Campingplatz

Alles kalter Kaffee? – Die Kaffeezubereitung auf Campingreisen

Wie kocht ihr Kaffee unterwegs? Welche Kaffeemaschine habt ihr dabei? Welcher Kaffee ist am besten? In diesem Artikel versuchen wir, auf die doch häufig gestellten Fragen rund um das Lieblingsgetränk der Deutschen einzugehen.

Kaffeezubereitung auf Campingreisen – Welche ist „die Beste“?

166 Liter – das ist die Menge Kaffee, die durchschnittlich jeder deutsche Bundesbürger im Jahr konsumiert. Damit ist er unangefochten der Spitzenreiter, wenn es um die Getränkeauswahl geht. So individuell wie seine Konsumenten ist auch der persönliche Geschmack zur Zubereitung des Kaffees. In den meisten Haushalten wird der Kaffee nach wie vor mit in einer Filterkaffeemaschine zubereitet. Aber auch die Zubereitungen mit einem Kaffeevollautomaten, einer Kapselmaschine, mit Handfilter oder Espressomaschine sind nicht selten. Manche trinken ihn schwarz, andere mit Milch, Sahne oder Zucker. Heiß oder kalt. Der Fantasie und den persönlichen Vorlieben sind dabei keine Grenzen gesetzt.

Kaffee trinken unterwegs ist anders – oder auch nicht

Klar ist, wer zuhause gerne seinen Kaffee mit Milch trinkt, der wird unterwegs nicht plötzlich schwarzen Kaffee bevorzugen. Aber wie schaut es mit der Zubereitung aus? Muss ich auf dem Campingplatz zwingend Instant-Plörre trinken?

Der morgendliche Kaffee ist für viele ein Muss. Auch – oder gerade – auf dem Campingplatz.

Ganz klar: nein. Trotzdem kommt die Zubereitung unterwegs immer auch ein wenig auf die Form des Reisens, die persönlichen Platz- und Gewichtsreserven und nicht zuletzt eigenen Vorlieben an. Denn für so manchen Camper gibt es nichts, was das Gefühl von Camping so stark beeinflusst, wie „der gute alte handgebrühte Kaffee“ (warum trinkt er ihn dann eigentlich nicht zuhause?).

Aber wie läufts nun eigentlich da draußen?

Ganz klassischer Kaffee per Handfiltermethode

Die wohl klassischste Methode, um unterwegs an Kaffee zu kommen ist der Handfilter. Dabei wird ein Filtertütenhalter* mit Filtertüte oder auch ein Dauerfilter* auf eine Kaffeekanne oder -tasse gestellt, mit Kaffeepulver befüllt und kochendem Wasser überbrüht. Vorteil dieser Methode: Die Kaffeemenge lässt sich gut und einfach regulieren und das Gewicht ist gering.

Ich (Christa) kannte bis zu meinem Auszug aus dem Elternhaus nur diese Zubereitungsart des Kaffees und muss gestehen, dass ich diesen auch heute immer noch ganz gerne trinke. Der Geschmack ist weich, aber je nach Kaffeesorte und Menge des Pulvers trotzdem vollmundig.

Wichtig ist, dass man eine Kaffeekanne oder Kaffeetasse hat, worauf der entsprechende Filter(tütenhalter) sicher steht. Sonst läuft man Gefahr, dass beim Einfüllen des kochenden Wassers das ganze Konstrukt umfällt – und das ist nicht nur sehr gefährlich (Verbrühungsgefahr), sondern auch schade um den guten Kaffee.

Platz- und Gewichtstechnisch muss man neben dem eigentlichen Kaffeepulver den Filterhalter und Filterpapier (oder besser einen Dauerfilter) und eine Möglichkeit für heißes Wasser einplanen (Wasserkocher, Topf und Gaskocher oder Ähnliches). Da man den Filter meistens auch direkt auf die Kaffeetasse aufsetzen kann, wird nicht zwingend eine Kaffeekanne benötigt.

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Zurück zum Ursprung des Kaffees mittels Kannenaufguss

Noch einfacher als die Methode mittels Handfilter ist natürlich der Kannenaufguss. Hier wird das Kaffeepulver direkt in der Kanne mit heißem Wasser aufgegossen und nach entsprechender Ziehzeit über ein Sieb oder vorsichtiges ausgießen aus der Kanne in die Tassen gegossen.

Wichtig ist hier, dass die Ziehzeit beachtet wird, denn der Kaffeegeschmack ist von der Ziehzeit stark abhängig. Beim Ausgießen besteht außerdem immer die Gefahr, dass Kaffeepulver mit in der Tasse landet.

Diese Variante ist natürlich ebenfalls ziemlich Platz- und Gewichtssparend, da neben der Kaffeekanne (das kann auch ein einfach Topf sein), und den Tassen nur eine Möglichkeit zum Wasser erhitzen benötigt wird.

Stark und gut – Kaffee aus dem Espressokocher

Eine weitere, unter Campern sehr beliebte, Zubereitungsart ist die mittels Espressokocher. Der bekannteste unter den Herstellern ist wohl Bialetti*. Diese Art der Espressokocher gibt es jedoch von verschiedenen Herstellern in unzähligen Größen, Formen und Farben.

Auch wir nutzen sie seit vielen Jahren, denn so ein Espressokocher ist ziemlich stabil, funktioniert gut auf dem Gas- oder Elektroherd (manche sind auch Induktionsgeeignet) und der Kaffee daraus ist stark und lecker. Leider kann es je nach Sorte des Kaffeepulvers und bei kleinen Zubereitungsfehlern auch vorkommen, dass der Kaffee sehr bitter wird. Da muss man ein Gefühl für die passende Zubereitung entwickeln.

Kaffee im Wohnmobil
Meistens kochen wir gleich zwei Kannen Kaffee – immerhin sind wir vier Personen, die morgens mit Kaffee versorgt werden wollen.

So ein Espressokocher besteht aus verschiedenen Teilen: unterer Behälter zum Einfüllen von Wasser, darauf sitzt der Siebbehälter mit dem Kaffeepulver und obendrauf wird die Kanne für den gebrühten Kaffee geschraubt. Durch den Dampfdruck beim Erhitzen des Wassers wird dieses durch den gefüllten Siebeinsatz und das darüberliegende Steigrohr gedrückt und läuft in die eigentliche Kanne.

Einzelteile Espressokocher
Unser GSI-Espressokocher in seine Einzelteile zerlegt.

Wir nutzen übrigens gerne den Espressokocher von GSI (erhältlich bei Q-Adventuregear). Zwar werden bei diesem die Griffe auch warm/heiß, aber er lässt sich im Vergleich zu vielen Konkurrenzprodukten fantastisch reinigen und das Edelstahl gibt, anders als Alukannen, keine Schadstoffe ins Wasser ab.

Nachteil des Espressokochers ist, dass man nur eine vordefinierte Menge zubereiten kann. Bekommt man ausnahmsweise Gäste oder hat mal Lust auf einen weiteren Kaffee, muss komplett neu aufgesetzt werden. Da aber der Espressokocher noch ziemlich lange ziemlich heiß ist, ist das Herausnehmen des Siebeinsatzes mit dem benutzten Kaffeepulver eine kleine Herausforderung. Auch die Reinigung ist je nach Hersteller besser oder schlechter.

Neben dem Espressokocher benötigt man hier nur noch die Kaffeetassen und eine Wärmequelle zum kochen.

Etwas speziell – die Zubereitung im Espressokocher

Bei der Zubereitung sollte man immer darauf achten, dass der Wasserbehälter bis zur Markierung voll ist und auch das Sieb für das Kaffeepulver voll ist. Man kann also immer nur eine Kanne kochen – keine halbe oder so. Sobald das Wasser durch die Hitzeentwicklung heiß genug ist, wird es durch das Kaffeepulver gedrückt und nach oben in den zweiten Behälter, die eigentliche Kanne zum Ausgießen befördert. Der Zeitpunkt, wann dieser Vorgang beendet ist, ist entscheidend für den Geschmack, denn lässt man den Kocher länger als nötig auf der Herdplatte stehen, wird er zu heiß und damit bitter. Er sollte nach dem Brühvorgang also immer gleich in die Tassen oder eine andere Kanne ausgegossen werden. Genauso wird er auch bitter, wenn das Kaffeepulver viel zu fein gemahlen ist oder im Sieb festgedrückt wurde.

Auch für die Teezubereitung geeignet: der Kaffeeperkolator

Eine weitere Variante, die auch unterwegs gut geeignet ist, ist der Kaffeeperkolator. In dieser speziellen Kanne steht im Inneren ein Steigrohr, an dessen oberen Ende ein Sieb mit dem Kaffeepulver befestigt ist. Durch den steigenden Druck beim Erhitzen steigt das Wasser durch das Steigrohr, landet im Sieb mit dem Kaffeepulver und tröpfelt durch dieses hindurch und vermischt sich darunter wieder mit dem restlichen Wasser in der Kanne.

Auch hier ist die Stärke und der Geschmack des Kaffees stark mit der Dauer des Brüh- bzw. Erhitzungsvorgangs verbunden.

Vorteil: Einige Perkolatoren, wie den von Petromax*, kann man sogar direkt über das Lagerfeuer stellen.

Im Perkolator kann man in der Regel auch Tees ziemlich gut zubereiten und benötigt für losen Tee keine weiteren Utensilien unterwegs.

Benötigt werden neben dem Perkolator nur noch die Tassen und eine Möglichkeit zum Erhitzen.

Wir haben ihn aufgrund der vielen Vorteile schon im Einsatz gehabt, allerdings schmeckt uns der Kaffee aus dem Perkolator nicht wirklich gut. Er ist uns darin zu „weich gespült“ und dünn.

Die französische Variante des Kaffees: die French Press

Auch eine French Press hat ein spezielles Innenleben – nämlich einen Stempel. Hier werden ebenfalls Kaffeepulver und heißes Wasser in die spezielle Kanne gefüllt und vermischt. Nach der entsprechenden Ziehzeit wird der Stempel nach unten gepresst und somit der Brühvorgang unterbunden. Der Kaffee kann nun serviert werden.

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Neben der French Press werden auch hier nur noch die Tassen und eine Möglichkeit zum Erzeugen von heißem Wasser benötigt.

In Deutschland am häufigsten genutzt: die Filterkaffeemaschine

Natürlich ist es auch möglich, eine Filterkaffeemaschine mit zum Campingurlaub mitzunehmen. Je nachdem, ob man auf Campingplätzen am Landstrom steht oder in seinem Wohnwagen bzw. Wohnmobil einen ausreichend dimensionierten Wechselrichter* und ausreichende Batteriekapazität verbaut hat, kann man sogar die handelsübliche Kaffeemaschine von zuhause einpacken (unbedingt auf die Wattzahl achten). Es gibt aber auch gerade für Reisende schon ganz gute Reisekaffeemaschinen*, die mit 12V-Anschluss für den Zigarettenanzünder geliefert werden, im Handel.

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Für Wanderer kommt diese Variante der Kaffeezubereitung natürlich nicht in Frage, da der Platz- und Strombedarf hierfür wohl kaum gedeckt werden kann.

Die moderne Zubereitung mittels Kaffeepad- und Kapselmaschinen oder Vollautomaten

Wer am Landstrom steht oder den passenden Wechselrichter und ausreichend dimensionierte Batterien hat, der kann natürlich auch eine Kaffeepadmaschine oder eine Kapselmaschine einsetzen. Sogar ein Kaffeevollautomat ist denkbar, wenn die Stromversorgung das erlaubt. Auch beim Transport sollten diese Geräte besonders gut verpackt und gegen Vibrationen geschützt werden.

Geschmack, Stromverbrauch, Gas und Wasser sind die Entscheider

Man sieht also, die Kaffeeherstellung kann auch beim Camping ganz unterschiedlich und individuell sein. Das macht die Antwort auf die in vielen Gruppen und Foren gestellte Frage nach der „besten Möglichkeit“ des Kaffeekochens so schwierig.

Grundlage für die Entscheidung sind neben persönlichem Geschmack die Platz- und Gewichtsressourcen sowie die vor Ort vorhandenen Ressourcen an Energie. Wer einen Kannenaufguss macht oder Kochutensilien wie einen Perkolator oder einen Espressokocher benutzt, der benötigt neben dem Kaffeepulver und Tassen lediglich eine Hitzequelle wie einen Gaskocher oder ein geeignetes Kochfeld. Für den Handfilter und die FrenchPress wird noch ein Wasserkocher oder Topf zum Erhitzen des Wassers benötigt.

Wandern
Wer auf Wanderschaft ist, für den ist vor allem das Volumen und das Gewicht ein Entscheidungskriterium.

Elektrogeräte sind oft voluminös und benötigen natürlich Strom. Hier sollte genau geschaut werden, welche Kapazitäten man unterwegs zur Verfügung hat. Dann ist auch einer Filtermaschine, Kapsel- oder Padmaschine und sogar der Kaffeevollautomat im Bereich des Möglichen.

Auch der Wasserbedarf ist nicht überall gleich, denn neben der reinen Wassermenge zur Zubereitung müssen alle Geräte auch gereinigt werden. Das ist bei manchen ganz schnell gemacht, andere wiederum sind komplizierter. Da lohnt sich vorher ein prüfender Blick auf die zu spülenden Teile. Können diese beim geplanten Urlaub (Wanderung, Campingplatz, Stellplatz) auch mit den vorhandenen Örtlichen Gegebenheiten ausreichend gut gereinigt werden?

Der Umwelt zu liebe

Gerade die Kapsel- und Padmaschinen geraten immer wieder in den Fokus der Gespräche, wenn es um das Thema Umwelt geht. Zu viel Abfall für zu wenig Kaffee heißt es oft und nicht ohne Grund. Denn in einer herkömmlichen Kaffeekapsel sind ca. 6 Gramm Kaffee enthalten, die von ca. 5-6 Gramm Verpackungsmaterial umgeben sind. Das ist schon eine beträchtliche Menge Müll, die bei jeder Kaffeetasse entsteht. Allein in Deutschland werden aktuell pro Jahr so viele Kapseln produziert, dass sie aneinandergereiht etwa 1,5 Mal die Erde umrunden.

Selbst wenn diese Verpackungsmaterialien dem gelben Sack und somit dem Kreislauf der Wiederverwertung zugeführt werden würden, ist das im Vergleich zu anderen Kaffeezubereitungsarten doch ein recht hoher Energie- und Ressourcenaufwand, den man vermeiden könnte. Auch Alternativen wie wiederbefüllbare Kaffeekapseln sind immer mehr im Kommen und können eine bessere Alternative darstellen.

Nichtsdestotrotz liegt der Marktanteil an Kapselmaschinen bei den Kaffeeverbrauchern laut Studien gerade mal bei 14%. Viel wichtiger für die Umwelt wäre es also, wenn die Verbraucher generell darauf achten, wo der Kaffee selbst herkommt und wie dieser angebaut wird (Nachhalitgkeitslabel beachten). Denn der Anbau und die Transportwege für alle Kaffeesorten und -variationen schlagen in Sachen Umwelteinfluss viel deutlicher zu Buche als die Kapseln alleingenommen.

Am Besten fährt man also in Sachen Umwelt, wenn man nachhaltig angebauten Kaffee zubereitet mit Filter, Perkolator, Espressokocher, French Press oder Kannenaufguss genießt.

Wie entscheide ich mich?

Das wissen wir nicht, weil wir deinen Geschmack nicht kennen. Jeder hat einen anderen Geschmack und andere Anforderungen. Für den einen muss es einfach nur schnell gehen, für den anderen muss der Kaffee schmecken wie zuhause. Deshalb hilft eigentlich nur eins: probieren! Bei Freunden und Bekannten, in Kaffeestuben etc.

Bei einer Kaffeeblindverkostung haben wir uns durch die verschiedenen Kaffeezubereitungsmöglichkeiten getestet.

Wir haben das auch gerade wieder gemacht und die uns gerade zur Verfügung stehenden Kaffeezubereitungsmöglichkeiten in einer Blindverkostung verköstigt. Dazu wird es bald einen eigenen Bericht geben.

Wie kochst du deinen Kaffee unterwegs und warum gerade so? Erläutere uns doch in den Kommentaren deine „beste“ Methode zur Kaffeezubereitung.

4 Kommentare

  1. Das ist mein Thema 🙂
    Wir haben zwar einen Wechselrichter und eine kleine Nespresso, trotzdem wollen wir nur noch den Restbestand an Kapseln verbrauchen und dann auf Kaffeezubereitungsoptionen wechseln die auf Gas oder Elektro funktionieren, jedoch selbst kein Kabel haben.
    Wir haben also ab diesem Jahr folgende Lösungen:

    1 Liter French Press von Gronenberg (Edelstahl)
    https://groenenberg-coffee.de/products/french-press-kaffeebereiter-1-liter

    und weil wir am Nachmittag gern einen Espresso mit Crema haben, jedoch keine Maschine dafür mitführen möchten, haben wir uns für die Bacchi entschieden. Sie funktioniert gut auf Gas, aber auch auf Induktion (muss man einen Induktionsteller bestellen). Das Teil ist die Offenbarung für uns, 9bar völlig ohne Strippe direkt dran. Günstig ist anders, aber unsere Ansprüche waren da wohl nicht günstig.
    https://shop.mokaconsorten.com/Espressokocher-caffemotive-tBacchi-EspressoT-2-Tassen-Made-in-Italy

    1. Guten Morgen Jana,
      Ja, Kaffee unterwegs ist ein absolutes Muss. Auch für uns.
      Den Bacchi Espressokocher hatten wir noch gar nicht auf dem Schirm. Sieht echt stark aus das Teil. Danke für den Hinweis.
      Aber du hast Recht – Günstig ist das Teil nicht wirklich. Aber wenn es einem wert ist… why not?
      Liebe Grüße
      Christa

        1. Das klingt nach einem guten Angebot. Momentan sind wir zeitlich ziemlich knapp bemessen, aber ich komme vielleicht irgendwann darauf zurück, wenn wir wieder etwas mehr Luft haben 😉

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