Der erste Schock: der Boden der Wohnkabine reißt ab

Nachdem wir unser Expeditionsmobil „Big Ben“ erworben hatten und die ersten Testfahrten hinter uns hatten, ließen wir ihn in einer Werkstatt begutachten. Eigentlich wollten wir das Fahrgestell untersuchen lassen, doch es kam das böse Erwachen. Statt am Fahrgestell, das mehr als 25 Jahre und 250.000 KM auf dem Buckel hatte, zeigte man mit dem Finger auf einen Riss der unteren Kante unserer Wohnkabine. Was Ormocar damit zu tun hatte? Sie haben uns gerettet. 

Schock: Der Boden der Wohnkabine löst sich!

Unsere Kabine löste sich vom Rahmen bzw. der Boden begann auszubrechen. Anzeichen, die wir beim Kauf irgendwie übersehen hatten, weil wir nicht wussten, worauf wir achten mussten. Wir waren erschrocken. Erstarrt. Was nun? Würden wir unseren Aufbau verlieren?

Wir bekamen gezeigt, wo das Problem lag: der Zwischenrahmen, eine zu schwergängige Dreipunktlagerung, war zu steif für eine GFK-Konstruktion. Einen Shelter würde der Zwischenrahmen problemlos tragen, ohne dass dieser Schaden nahm, aber eine GFK-Kabine konnte die Kräfte nicht abfangen, die bei einer Geländefahrt einwirkten. Außerdem fehlten bei der GFK-Kabine ausreichend dimensionierte Winkel zur Stabilisierung an der Unterseite der Wohnkabine.

Was nun?

Die Kabine musste unten mit ausreichend großen GFK-Winkeln verstärkt werden. Der Zwischenrahmen musste beweglicher werden – am Besten würde man also die Kabine abnehmen, mit GFK-Winkeln nachrüsten und einen neuen Zwischenrahmen bauen.

WAS? Kabine abnehmen? Wo sollen wir das tun? Wir haben nicht mal eine Garage! 

Unsere Rettung: Ormocar

Wir fragten uns ein wenig herum und bekamen die Gelegenheit, Big Ben bei Ormocar unter die professionelle Lupe nehmen zu lassen. Ormocar baut selbst seit vielen Jahren Expeditionsmobile auf unterschiedlichen Fahrgestellen auf und hat entsprechend viel Erfahrung. Und was fast genauso wichtig wie Erfahrung ist: Ormocar hat auch den entsprechenden Platz und die richtige Ausrüstung. 

Nachdem unser Mobil vor Ort über eine Stunde inspiziert wurde, kam die erleichternde Antwort: nicht schön, aber alles noch reparabel. Das Angebot von Ormocar war verlockend: sie reparieren unser Mobil, aber es würde eine unbestimmte Zeit dauern. Da wir für den Winter sowieso noch keinen Stellplatz hatten, konnte Big Ben getrost auch einige Monate bei Ormocar auf dem Hof bzw. in der Werkstatt stehen. Also übergaben wir kurz darauf das Fahrzeug und übten uns in Geduld.

Wieder Mobil und Geländegängig – dank Ormocar

Ormocar rettete unserem Big Ben das Leben, indem einige Notoperationen durchgeführt wurden:

  • neuer Zwischenrahmen – jetzt haben wir eine Vierpunktlagerung
  • neue Ersatzradhalterung
  • neuer Batteriekasten für die LKW-Batterien
  • GFK-Winkel wurden komplett nachgerüstet in ausreichender Dimensionierung
  • eine ordentliche (und endlich dichte) Verbindung von der Wohnkabine zur Fahrerkabine wurde hergestellt

Im November hatten wir unser Fahrzeug abgegeben. Im März konnten wir es dann endlich wieder abholen.

Ursprünglich sollten ja nur die GFK-Winkel unten am Rahmen nachgerüstet werden. Doch an verschiedenen Stellen hatten sich bereits Risse und Ablösungen gezeigt. Ormocar hatte nach dieser Erkenntnis die vorhandenen GFK-Winkel entfernt und festgestellt, dass diese zu klein dimensioniert waren und bereits durch die Kräfteeinwirkung im Gelände begannen, sich abzulösen. Also wurden im Zuge des Aufenthalts bei Ormocar rund um die Kabine große neue Winkel angebracht. 

Weiter gehts – jetzt mit besserem Gewissen

Wir wissen nicht, was wir ohne das tolle Team von Ormocar gemacht hätten. Besonders dem Geschäftsführer, Herrn Peter Kuhn, sind wir zu Dank verpflichtet. Er hat sich für uns und unser Sorgenkind unendlich viel Zeit genommen und uns auch für unser weiteres Vorhaben viele nützliche Hinweise und Hilfestellungen gegeben.

Dieser „Zwischenfall“ hat uns zwei Dinge gelehrt:

  1. wir würden nicht wieder ohne weiteres ein gebrauchtes Mobil kaufen, wenn wir nicht wissen, dass es von einer Fachfirma mit jahrelanger Erfahrung gebaut wurde
  2. Egal wie düster es manchmal aussieht, mit dem richtigen Partner lässt sich viel wieder richten, was auf den ersten Blick aussichtslos erscheint. 

Nun haben wir die gröbsten Dinge erledigt, der Steyr ist wieder fahrtüchtig und wir brauchen keine Angst zu haben, dass er uns auseinander fällt. Nun können uns wieder unseren eigenen Projekten widmen und Big Ben zu unserem perfekten Wegbegleiter weiter ausbauen.

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