Der FireQ in Südafrika

Testbericht: Der Reisegrill FireQ

Eigentlich waren wir auf der Suche nach einer coolen Feuerschale, über die wir auch mal ein Dreibein mit Grillrost oder mit einem Topf hängen können. Gelandet sind wir beim FireQ. Warum? Lest in diesem Artikel darüber.

Grill, Feuerstelle und Kocher in einem – Der FireQ von Q-Adventuregear

Während unserer Rumänienrundreise 2017 haben wir öfter über dem Lagerfeuer bzw. der Glut gekocht und gegrillt. Holz gab es in den weitläufigen Wäldern massenweise und auch Feuerstellen am Wegesrand waren in Hülle und Fülle vertreten. Doch das ist ja nicht immer so in Europa.

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In Rumänien grillten wir oft über dem Lagerfeuer.

Die Caravan Salon Messe in Düsseldorf besuchten wir dann also nicht nur, um alte Bekannte zu treffen und die neuesten Trends zu sehen, sondern auch, um eine Feuerschale zu finden, über der man auch mal grillen und kochen kann und die wenig Platz beim Verstauen benötigt.

Nachdem wir über die Messe gewandert waren und die Hoffnung fast aufgegeben hatten, kamen wir zum Stand von Q-Adventuregear. Der kleine Grill dort wirkte auf uns unscheinbar und instabil. In einem ausführlichen Gespräch mit den Herren Hartmann und Rittmann erklärten sie uns, dass der Grill nicht nur locker 4-5 Personen verpflegen könne, sondern auch so stabil sei, dass man bedenkenlos einen großen Topf auf den Rost stellen und darauf kochen könne.

Wir bekamen eine kleine Demonstration über den Auf- und Abbau sowie die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten und letztendlich bekamen wir sogar einen Grill kostenfrei zur Verfügung gestellt, um ihn ausgiebig zu testen. Und das lassen wir uns ja nicht zweimal sagen.

Hurra, hurra! Der FireQ ist da

Das Paket, in dem der FireQ verpackt war, war sehr stabil und der Inhalt somit gut geschützt. Wer das Paket entgegennimmt, dem fällt sofort das Gewicht auf. Der kleine Grill aus hochwertig verarbeitetem Edelstahl bringt zusammen mit der Tragetasche und dem Anzündblech  5,5 Kilo auf die Waage. Das sieht man ihm zwar nicht an, sorgt aber für die nötige Stabilität und ist somit als positiv zu bewerten.

Technische Daten des FireQ

Transportmaß (LxBxH): ca. 40,0cm x 40,0cm x 3,0cm
Maße aufgebaut (LxBxH): ca. 35,5cm x 35,5cm x 31,5cm
Gewicht Grill: 4,6kg
Gewicht Anzündblech: 0,7kg
Gewicht Tragetasche: 0,2 kg
Grillfläche: ca. 28cm x 28cm
Material: Spülmaschinenfestes Edelstahl 18/10

Der Aufbau

Aufbau 01 FireQ in der Tasche
Die verschließbare Tragetasche ist mit zwei verschließbaren Bändern und einem Klettverschluss verschlossen.

Nach dem Auspacken muss zuerst das Band gelöst werden, das die Einzelteile zusammenhält.

Nun werden die beiden Seitenteile im rechten Winkel ineinander gesteckt.Aufbau 05 FireQ Seitenteile

Danach wird die Feuerschale in die dafür vorgesehenen Schlitze gesteckt. Sie stabilisiert den Grill und in dieser Form kann der Grill auch als Feuerschale genutzt werden.

Aufbau 06 FireQ Feuerschale
Die Feuerschale stabilisiert die Seitenteile.

Wer ein Anzündblech mitbestellt hat, steckt dieses nun von oben an die Seitenwände. So entsteht im hinteren Teil des FireQ ein kleiner Raum, in den man die Kohle oder sein bevorzugtes Brennmaterial einfüllen kann. Durch den sogenannten Kamineffekt, den man mit dem Anzündblech erzeugt, glühen die Grillkohlen, die Briketts oder das Holz schneller durch.

FireQ Anzündblech
Das Anzündblech wird ganz einfach zwischen die Seitenteile gesteckt. Schon entsteht im hinteren Dreieck ein kleiner Kamin.

Wer kein Anzündblech hat, der schichtet sein Brennmaterial einfach in der gleichen Ecke auf und zündet dieses wie gewohnt an.

Ist die Kohle durchgeglüht, entfernt man das Anzündblech mit Hilfe des Grillrosts. Dieser hat vorne eine Nase, die genau in die Aussparungen am oberen Ende des Blechs passen. So muss nicht mit Handschuhen oder anderen Hilfsmitteln hantiert werden. Der Grillrost wird nun nach verteilen der Kohle auf der gewünschten Grillhöhe eingehakt.

FireQ Grillrost

Der Grillrost hat zwei Griffe, die sich beim Grillen nur erwärmen, aber noch anfassbar bleiben. So kann man während des Grillvorgangs die Höhe des Rostes verstellen oder den kompletten FireQ aus dem Wind drehen oder wegtragen.

Der Abbau

Ist das Essen gegessen und das anschließende Lagerfeuer erloschen, kann man den Grill wieder abbauen. Dazu werden nach Entfernen der Asche einfach alle Schritte wieder rückwärts ausgeführt. 

Entweder reinigt man nun alle Teile (Tipp für Putzmuffel: es hilft ungemein, sie über Nacht ins feuchte Gras zu legen und erst am nächsten Morgen die vom Morgentau feuchten Teile rezu reinigen) oder man packt den Grill so ein. Das macht kaum etwas, denn die beiden Seitenteile werden einfach mit den schmutzigen Seiten aufeinander gelegt. Der Rost kommt auf die Feuerschale, das Anzündblech dazwischen und obenauf die saubere Seite des letzten Seitenteils. Halteschnur drum und ab in die Tasche – geputzt kann er dann auch später werden.

13 FireQ in Südafrika
Wenn das Essen leer ist und die Gäste lieber an der warmen Glut sitzen, statt beim putzen zu helfen, legt man den Rost einfach über Nacht ins feuchte Gras. Am nächsten Tag ist er dann im nu wieder blank.

So viel zur Theorie. Doch was sagen wir dazu?

Dass wir mit unserem Material nicht immer zimperlich umgehen ist kein Geheimnis. Es wird halt benutzt. Wir haben den FireQ zuerst auf der heimischen Terrasse getestet und auch bei unserer letzten Reise nach Südafrika mit im Gepäck gehabt. Bei letzterem musste der Gute einigem Stand halten: nicht nur, dass er im voll gepackten Wanderrucksack als Gepäck irgendwo zwischen unzähligen Koffern im Bauch des Fliegers ausharren musste, auch im 4×4 Ford Ranger war nicht unbedingt viel Platz, ihn immer „ordentlich“ zu verstauen.

Das alles hat er aber mühelos mitgemacht und durch sein geringes Packmaß und die flachen Teile findet sich immer ein Plätzchen, ihn irgendwo dazwischen zu schieben.

Man kann also sagen, wir haben ihn ordentlich benutzt und können schon mal was zum Grill sagen. Natürlich wird er uns aber auch die kommende Wohnmobilsaison begleiten.

Der FireQ – gut durchdacht

Zuerst gefällt uns natürlich, dass der FireQ beim Transport so kompakt ist. Noch nie haben wir einen Grill in Händen gehalten, der ein derartig kleines und flaches Packmaß hat. Das ermöglicht vielseitige Verstaumöglichkeiten, weil man ihn einfach irgendwo „dazwischenschieben“ kann. Auf eine Wanderreise wollte ich ihn jedoch aufgrund des Gewichtes nicht im Rucksack herumschleppen.

Was uns ebenfalls besonders gut gefällt, ist die geniale Logik dahinter. Alles passt gut ineinander. Der Rost dient nicht nur als Grillfläche, sondern kann durch seine spezielle „Nase“ auch dafür genutzt werden, das heiße Anzündblech zu transportieren. Die Griffe am Rost werden nur warm, aber nicht heiß. So ist eine Höhenverstellung während des Grillens ohne Handschuhe möglich. An diesen Griffen kann auch der komplette Grill hochgehoben und sicher bewegt werden – auch wenn er befeuert ist. Das ist besonders gut bei Änderung der Windrichtung, wenn man ihn nach dem Anfeuern aus dem Wind drehen oder ihn dann an den Tisch tragen möchte.

Auch der schnelle, selbsterklärende und unkomplizierte Aufbau begeistert.

Mehr als nur ein Grill

Will man nach dem Grillen gemütlich am Lagerfeuer sitzen, macht das auch am FireQ Spaß. Dass der FireQ dabei zwei hohe Seitenwände hat ist gleichermaßen Vor- wie Nachteil. Vorteilhaft ist es, wenn man mit ein paar wenigen Menschen am Feuer sitzt, da die Wärme und das Licht durch die Seitenteile zur offenen Seite hin abgestrahlt werden. Aber es verhindert eben, dass man mit vielen Leuten im Kreis rund um das Feuer sitzen kann. Auch ist die Feuerfläche eben nur so groß wie der Grill.

Zuerst dachten wir auch, dass uns die geringe Höhe stören würde. Doch schnell haben wir uns daran gewöhnt, dass man auch im Sitzen grillen kann und störten uns auch nicht mehr dran.

Ein weiterer Pluspunkt ist die Stabilität. Optisch sieht er auf den ersten Blick sehr unstabil aus. Fast so, als würde er bei Belastung zur offenen Ecke umkippen. In der Praxis hat sich das aber als falsch herausgestellt. Durch seine leicht schräge Bauweise hat er einen sehr guten und stabilen Stand. Egal, ob wir den Grill volllegten oder ihn als Kocher missbraucht haben – er hat alles problemlos mitgemacht.

FireQ als Kochfeld
Der FireQ ist auch als Kochfeld einsetzbar. So wie hier bei der Zubereitung einer Bolognesesoße.

Übrigens ist er auch was für Putzmuffel, denn der polierte Rost lässt sich tatsächlich verhältnismäßig gut reinigen und auch die anderen Teile sehen nach dem ersten Grillen zwar nicht mehr so makellos aus, wie nach dem Kauf, aber sie werden zumindest wieder einigermaßen sauber und einpackfähig.

Nichts auf der Welt hat nur Vorteile

Und so hat auch der FireQ Nachteile. Einer davon ist für manche Personen sicherlich der Preis. Mit 139,00 € kann man den Grill ohne Anzündblech und ohne Tragetasche erwerben. Möchte man beides haben (was sich unserer Meinung nach lohnt), so ist man aktuell mit 178,00 € dabei. Das ist für ein bisschen Edelstahl auf den ersten Blick viel Geld, aber dafür ist alles Made in Germany und man kann, wer Wert darauf legt, zwischen verschiedenen Designs wählen.

Der Grill ist passend für ca. 4-5 Leute. Mehr bekommt man mit ihm nicht wirklich versorgt. Wer nur zu zweit unterwegs ist, der sollte sich den FireQ Mini mal anschauen. Er ist kleiner und somit auch leichter.

Durch den Abstand zum Boden wird zwar die Grasnarbe nicht durch die Hitze zerstört, aber das Gras wird dennoch ein wenig in Mitleidenschaft gezogen. Wer also auf einem Campingplatz mit englischem Rasen campiert, der sollte sich Gedanken machen, wo er den Grill aufbaut.

Das Problem des Verzugs

Während der Afrikareise ist unser FireQ zu einer mehr oder weniger runden Sache geworden. Die Seitenteile haben sich leicht verbogen und sind nun etwas gewölbt. Rost und Feuerschale sind noch grade. Die Seitenteile lassen sich noch immer ineinanderschieben und sowohl Rost als auch Feuerschale passen noch in die vorgesehenen Löcher. Man braucht nun ein bisschen Kraft zum ineinanderschieben und auseinandernehmen der Seitenteile, was vorher fast von selbst geschah.

Nach Rücksprache mit dem Hersteller habe ich erfahren, dass das Problem des Verzugs materialbedingt ist. Die innere Spannung, die den Verzug bei Hitzeeinwirkung bewirkt, ist dem Blech vorher nicht anzusehen. Nur selten unterliegen FireQ-Grills so stark dem Verzug, dass sie dadurch unbenutzbar werden. Wenn dies der Fall wäre, so Herr Hartmann, könne man ihn natürlich reklamieren. In der Regel – so ist es auch bei uns – reicht es, die Seitenteile einfach wieder (per Hand über einer Kante) gerade zu biegen.

Also? Das Fazit! 

Cooler Grill für coole Leute. Wer unterwegs ist, wenig Platz hat und sowohl an einem Grill und einer Feuerschale für ca. 4-5 Personen interessiert ist, der hat mit dem FireQ sicher Spaß. Für mehr Personen ist er nicht geeignet bzw. man muss in mehreren Runden grillen. Das Handling ist gut durchdacht, das Material ist stabil und er lässt sich gut reinigen. Das Packmaß des Grills ist unglaublich klein und flach. So findet sich eigentlich überall eine Verstaumöglichkeit im Fahrzeug.

Ob die geringe Höhe ein Problem ist, muss jeder für sich entscheiden. Wir haben uns schnell daran gewöhnt, im sitzen zu grillen. Leider haben sich unsere Seitenteile des FireQ verbogen. Das liegt nach Herstellerangaben am Material und ist vorher nicht abzusehen, wie stark sich die Bleche bei Hitzeeinwirkung verbiegen. Er funktioniert noch immer. Alles passt zusammen nur beim Stecken der Seitenteile muss man ihn jetzt halt man fester anfassen. Ist der FireQ stärker verzogen, kann man ihn auch selbst wieder grade biegen. Diese Sache tut dem Grill keinen Abbruch und er wird uns sicherlich noch auf vielen Reisen begleiten.

Der FireQ als Kocher
Der FireQ ist vielseitig einsetzbar.

Wo gibt es den FireQ?

Den coolen Grill kann man entweder direkt bei Q-Adventuregear oder bei Amazon bestellen.

Mit was bist du unterwegs?

Hast du auch einen Grill auf deinen Reisen dabei? Welcher ist dein Favourit? Oder hast du noch Fragen? Lass es mich in den Kommentaren wissen.

5 Kommentare

  1. Hallo liebe Christa!
    Ein wiklich toller Griller. Überzeugendes Packmaß passende Größe.
    Also wir verwenden seit einigen Jahren den Cobb Grill. dieser gefällt mir aufgrund der Vielseitigkeit. Mit Grillplatte, Grillrost, Wokpfanne, Pizzaschale usw. Wir stellen den Grill immer auf den Campertisch im Freien natürlich. Der wird auf der Stellfläche kaum Handwarm. Tichdecke ist darunter überhaupt kein Problem. Wir verwenden seit einiger Zeit ausschließlich Holzkohlenpriketts dauert etwas länger zum Anzünden hat aber eine super lange Grill,- Kochzeit. Ein ganzes Huhn mit Bierdose im Bauch ist super machbar. Auf Reise muß man für gemeinsames kochen und essen einfach Zeit haben.
    cobb-grill.de/
    Ich habe mir allerdings gerade den EcoZoom bestellt. Der geringe Holzverbrauch (kleine Äste, Rinde, Baumzapfen usw. sowie auch Holzkohle) in dem Raketenofen fasziniert mich dermaßen, dass ich einen haben muß.

    1. Hallo,
      ja, das Packmaß des FireQ ist schon toll, gerade wenn man wenig Platz hat kann das Gold wert sein. In der Hinsicht kann der Cobb und auch der Raketenofen nicht mithalten. Obwohl die beiden auch echt gut sein sollen. Danke für deinen Erfahrungsbericht mit dem Cobb. Wenn du den Raketenofen getestet hast, kannst du hier ja vielleicht auch noch etwas dazu sagen. Ist sicher für den einen oder anderen auch interessant.
      Auf den Tisch können wir bei uns fünf leider keinen Grill mehr stellen, weil bei uns so wenig Platz ist.
      Mit wie vielen Personen grillt ihr denn maximal mit dem Cobb, ohne dass es eng wird?
      Liebe Grüße
      Christa

  2. Hallo Christa,
    tolle Beschreibung des Grills mit dem durchaus wichtigen Fazit.
    Wir nehmen seit Jahren den Gasgrill von Cadac (Cadac Safari Chef) mit.
    Da auf viele Plätzen nicht mit Holzkohle gegrillt werden darf (war in diesem Sommer besonders schlimm), haben wir damit bisher gute Erfahrungen gemacht. Die verschiedenen Grill-Unterlagen wie Rost, flache Platte, Grillplatte usw. machen das Grillen zum Kinderspiel.
    Da wir einen Außenanschluss für Gas haben, ist das besonders komfortionös 🙂
    Der einzige Nachteil bei dem Ding ist, dass der dazugehörige Deckel/Topf nicht dicht macht und auf dem Ding wackelig liegt. Also mit Unter- und Oberhitze arbeiten ist nicht so wirklich machbar.
    Ansonten ein prima Gerät.

    Gruß
    Eugen

    1. Guten Morgen Eugen!

      Ja, der Cadac Safari soll wirklich gut sein, das haben wir auch schon gehört. Leider hatten wir noch nicht die Gelegenheit, uns selbst zu überzeugen.
      Wir haben aber neben unserem FireQ auch noch einen Gasgrill mit dabei. Aber wir haben den NAPOLEON TRAVELQ TQ285 im Gepäck. Den finden wir aber auch klasse und bei Brandgefahr ist uns das dann doch lieber als die offene Glut.
      Und letzte Woche haben wir uns sogar noch ein Dreibein mit Feuerschale und Schwenkgrill geholt (ja, wir grillen wirklich gerne und auch gerne mit vielen Leuten zusammen). Mal schauen, wie dieser sich in der Praxis macht 😉

      Liebe Grüße und eine schöne Woche
      Christa

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