Zugang zum Klettergebiet Santa Ursula

Klettergebiete auf Teneriffa

Derzeit ist es kalt in Deutschland und bei Temperaturen um den Gefrierpunkt schweifen die Gedanken in die Ferne. Und das ist gar keine so schlechte Sache, denn wer im Frühling in den Kletterurlaub fahren möchte, sollte sich jetzt Gedanken um das Ziel der Reise machen.

Teneriffa – Die Insel des ewigen Frühlings

Strahlend blauer Himmel, Sonne, herrliche Klettergebiete und nicht weit entfernt das Rauschen des Meeres – ja, wenn das nicht nach Urlaub klingt.

Die Insel Teneriffa bietet ihren Besuchern mehr als nur eine Auszeit vom Schmuddelwetter. Mittlerweile ist die Insel nicht mehr nur unter Rentnern und Surfern bekannt, sondern auch in der Kletterwelt hat sich längst herumgesprochen, was sie zu bieten hat. Vor allem im Frühling, Herbst und auch im kühleren Winter bietet sie uns ein adäquates Kletterziel.

Lage und Wissenswertes für den Urlaub

Teneriffa ist die größte kanarische Insel und liegt 288 Kilometer vor der marokkanischen Küste im Atlantik. Die Insel ist vulkanischen Ursprungs und geologisch noch immer aktiv.

In der Inselmitte thront der mächtige Pico del Teide. Er ist mit 3718 Metern die höchste Erhebung Spaniens.

Die Flugzeit von Frankfurt an den südlichen Flughafen von Teneriffa beträgt etwa fünf Stunden.

Als Unterkunft empfehlen wir eine Ferienwohnung in der Nähe von Villa de Arico oder Arico Viejo. Ein Mietwagen ist empfehlenswert.

Klima auf Teneriffa

Nicht umsonst hat die Insel Teneriffa den Spitznamen Insel des ewigen Frühlings verliehen bekommen, denn auf der Insel herrscht ganzjährig Saison für Outdoorsportler. Die enormen Höhenunterschiede und Wettereinflüsse auf der Insel machen es möglich, nahezu jederzeit sportlich aktiv zu sein.

Wie auf allen kanarischen Inseln herrscht auf Teneriffa ganzjährig mildes Klima. Das Wetter wird durch den Nordost-Passatwind bestimmt. Der Norden der Insel befindet sich auf der dem Passatwind zugewandten Seite. Aus diesem Grund fällt im Norden mehr Regen und es ist kühler als im trockenen Süden.

Auch die enorme Höhe des Pico del Teide spielt eine Rolle für das Klima. So ist dieser beispielsweise im Winter mit einer Schneehaube überzogen, während im Süden am Meer durchaus noch Temperaturen von durchschnittlich 20 Grad Celsius herrschen. Und wird es im Sommer im Süden zu heiß, schafft der Teide angenehmes Kletterwetter im Nationalpark Pico del Teide.

Klettern auf Teneriffa

Die Kletterspots sind über die ganze Insel verteilt und bieten eine unglaublich vielseitige Kletterei. Leisten, Löcher, Überhänge und Platten – hier findet jeder etwas zum klettern. Die Felsqualität ist bis auf wenige Ausnahmen gut und wir empfanden die Hakenabstände bei unseren Besuchen als angenehm.

Die Kletterschwierigkeiten liegen zum großen Teil im sechsten und siebten Franzosengrad. Aber auch darüber und darunter lässt sich einiges finden. Ein 60m Seil ist für die meisten Routen ausreichend.

Als wir 2013 und 2014 zum klettern auf Teneriffa waren, sahen die Bohrhaken fast durchgehend gut aus. Doch das kann sich natürlich gerade in Meeresnähe schnell ändern und sollte immer wieder überprüft werden.

Kletterguide für Teneriffa

Als wir auf Teneriffa waren, hatte dieser Guide uns gute Dienste geleistet:

Er führt nicht nur die verschiedenen Kletterspots auf, sondern steht dem Leser auch mit weiteren hilfreichen Informationen zur Verfügung. Es sind neben Infos rund um Flora und Fauna auch Gaststätten, Bademöglichkeiten und Übernachtungsmöglichkeiten in der Nähe der Klettergebiete aufgeführt.

Leider ist der Guide schon ein paar Jahre alt und mittlerweile hat sich viel getan. Einen neueren Guide haben wir aber noch nicht ausfindig gemacht. Jedoch kann man einige Topos auch im Basecamp in Arico erfragen.

Beschreibungen zu Klettergebieten, die wir selbst besucht haben

Arico

Wir waren in den Sektoren Los Pinos, Peña del lunes, Sus villa, Vivac und El bosque unterwegs. Die Routen dort sind gut abgesichert und eigentlich sollte hier jeder etwas finden, um auf seine Kletterkosten zu kommen. Allerdings sind der Großteil der Routen in den Sektoren hier im französischen 6. und 7. Grad. Im Sektor Peña del lunes, Sus villa und Los quintos finden sich aber auch viele Routen im 5er Bereich.

Lage: Das Klettergebiet Arico liegt, etwas nördlich von Villa de Arico. Rechts neben dem kleinen Ort Ortiz führt eine Straße zum Parkplatz an der Brücke.

Zustieg: Vom Parkplatz muss man nur über die obligatorischen Stufen runter in die Barranco. Man befindet sich dort gleich im ersten Klettersektor. Von hier aus erstrecken sich zu beiden Seiten weitere Sektoren.

Kinder: Unsere Kinder haben sich in der Baranco mehr als wohl gefühlt. Es gab viele Möglichkeiten zu spielen und wenn sie nicht gerade auf hohe Felsblöcke klettern, besteht auch keine Absturzgefahr. Auch der Zustieg war für Kinderbeine gut machbar.

Absicherung: Alle Routen in Arico sind gut bis sehr gut abgesichert.

El Rio

Die Routen in El Rio sind alle etwas anspruchsvoller und nichts für Anfänger. Routen bis zum fünften Franzosengrad sind nur wenige zu finden. Wir hielten uns ausschließlich im Sektor El Acebuche auf. Hier gab es drei 5er für uns zum aufwärmen, der Rest war schwieriger. Mittags hat man hier zusätzlich zur schwierigen Kletterei noch die volle Mittagssonne.

Lage: Das Klettergebiet El Rio liegt an einem fast immer trockenen Stausee zwischen Granadilla und Arico.

Zustieg: Geparkt werden muss an der Straße und von hier aus folgt man etwa 10 Minuten einem kleinen Trampelpfad.

Kinder: Für Kinder ist das Klettergebiet nicht wirklich geeignet. Schon der Zustieg ist nicht ohne, was die Absturzgefahr und Abrutschgefahr betrifft und am Wandfuß ist kein Platz zum spielen. Überall geht es ziemlich steil bergab durch Dornen- und Kakteengestrüpp.

Las Cañadas

Der Fels vulkanischen Ursprungs ist äußerst fest und äußerst scharfkantig bzw. rau. Die Finger wurden hier schon etwas in Mitleidenschaft gezogen. Trotzdem hat das Klettern hier bei schönstem Wetter viel Spaß gemacht. Man sollte aber vor der Anfahrt bedenken, dass das Klettergebiet sehr hoch liegt und es deutlich kühler ist, als beispielsweise in Arico.

Die Routen sind hauptsächlich im 6. und 7. französischen Schwierigkeitsgrad und hervorragend abgesichert. Aber auch Kletterer, die die Herausforderung darunter und darüber suchen, werden hier fündig und können voll auf ihre Kosten kommen. Da das Klettergebiet recht groß ist, kann man auch hervorragend entscheiden, ob man in der Sonne oder im Schatten klettern möchte.

Lage: Das Klettergebiet liegt in Luftiger Höhe nahe dem Kegel des Pico del Teide unweit vom Hotel Parador. Dort parkt man dann auch am besten

Zustieg: Vom Parkplatz des Hotels folgt man einem Wanderweg über das Lavafeld zu den gelborangeleuchtenden Felsen.

Kinder: Die Kinder können am Fuß der Felsen wunderbar spielen, die Steinschlaggefahr bei diesen äußerst festen Felsen ist gering. Im Sektor La Tortuga befindet sich eine kleine Höhle, die den Kindern als Spielehauptquartier besonders gefallen hatte.

Absicherung: Die Absicherung in dem Klettersektor ist sehr gut.

El Hoyo

Optisch ist das Klettergebiet und der Weg dahin wirklich empfehlenswert. Die Absicherung ist gut, die Abseilroute, durch die man in das Gebiet gelangt ist allerdings clean. Raus aus dem Gebiet kommt man zur Not aber über den kleinen (veralteten) Not-Klettersteig. Klettertechnisch war es nicht unser Fall. Wasser hat die Felsen sehr ausgewaschen und poliert. Wir empfanden sie als äußerst glatt.

Lage: El Hoyo ist etwas schwer zu finden. Es liegt etwas südlich von Cisnera und Villa de Arico.

Zustieg: Vom Parkplatz in der Nähe des Wasserspeichers läuft man in der Baranco hinunter zum Klettergebiet. Landschaftlich ist es hier wunderschön. Um in den Klettersektor zu gelangen, muss man sich abseilen.

Kinder: Wenn man Kinder dabei hat, die man problemlos abseilen kann, dann ist das kein Problem. Unten angelangt haben sie dann weder die Möglichkeit abzuhauen noch herrscht hohe Steinschlaggefahr oder Absturzgefahr.

San Marcos

Optisch macht es viel Spaß vor der Strandkulisse zu klettern.
Wir waren bisher nur im Sektor Casablanca. Die Routen sind vielfältig und oft nicht leicht für den angegebenen Grad. Der Schwierigkeitsgrad liegt zwischen 5 und 7b+.

Lage: Das Klettergebiet San Marcos liegt etwas oberhalb des Playa San Marcos.

Zustieg: Vom großen Parkplatz aus geht man eine schmale Treppe hinauf in Richtung eines keinen weißen Gebäudes zum Wandfuß.

Kinder: Für Kinder ist das Gebiet eher schlecht. Während unseres Aufenthaltes kamen überall Steinchen runter, losgelöst von den vielen Tauben. Am Wandfuß ist das Gebiet stark abschüssig und Platz zum spielen gibt es auch keinen.

Absicherung: Die teilweise alten Routen wurden zum Teil mit neuen Bolts saniert, aber in einigen Routen herrscht hier noch Handlungsbedarf.

Martianez

Dieses Gebiet war zu dem Zeitpunkt (Oktober 2013) als wir dort waren nicht zugänglich.

Santa Ursula

Wir haben uns das Gebiet leider nur angesehen und es machte einen tollen Eindruck. Allerdings sollte man hier Vormittags oder im Winter klettern, sonst wird man von der Sonne eingeschmolzen.

Lage: Wie der Name schon sagt, liegt dieses Klettergebiet in Santa Ursula. Genauer gesagt an den Klippen an Santa Ursula. Parken kann man am besten in der nähe im Wohngebiet (Straße Calle Don Quichote und Umgebung)

Zustieg: Vom Wohngebiet aus sind es ca. 15 Minuten Fußweg. Dieser ist bis zu einem Aussichtspunkt gepflastert. Danach muss man links über die Mauer des Aussichtspunktes klettern und dem Trampelpfad folgen. Dieser Weg erfordert allerdings gute Trittsicherheit.

Kinder: Wegen des Weges von dem Aussichtspunkt bis zu den Felsen ist das Gebiet für Kinder eher ungeeignet. Schafft man es aber, die Kinder dort hin zu schaffen (weil sie schon älter sind oder gut gesichert werden beim laufen), können sie sich dort relativ gut aufhalten.

 

Warst du auch schon mal auf Teneriffa? Dann erzähle uns von deinen Erfahrungen und gib uns deine Tipps in den Kommentaren. Oder hast du Fragen? Wir antworten dir gerne.

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