Unser Badezimmer

Update – Ein Jahr Nature’s Head Trenntoilette im Wohnmobil

Vor mehr als einem Jahr haben wir die Nature’s Head Trenntoilette* in unser Wohnmobil eingebaut. Mittlerweile waren wir damit nun schon öfter auf Reisen. Unter anderem auch vier Wochen in Rumänien, wo Campingplätze und öffentliche Toiletten rar sind und wir die meiste Zeit frei in der Wildnis standen. In diesem Update wollen wir von unseren Erfahrungen mit einer Komposttoilette im täglichen Wohnmobilleben berichten.

Ein Jahr Nature’s Head Trenntoilette

Was eine Trenntoilette (auch Trockentrenntoilette oder Trockentoilette genannt) ist, welche Gründe uns zum Umbau bewegten und wie der Einbau der Nature’s Head Trenntoilette bei uns im Wohnmobil geklappt hat, bzw. auf was dabei zu achten ist, könnt ihr in meinem Bericht zum Einbau nachlesen. Hier geht es zum Bericht zur Trenntoilette von Nature’s Head.

Unsere Familie besteht aus fünf Mitgliedern. Drei Erwachsene, ein Teenager und ein Kind. Entsprechend oft wird unsere wohnmobileigene Toilette genutzt. Im vergangenen Jahr und auch dieses Jahr haben wir nun schon einige Fahrten mit dem Wohnmobil und der neuen Toilette unternommen. Weil wir sowohl in diversen Foren, als auch unterwegs schon drauf angesprochen wurden, möchte ich an dieser Stelle ein umfassendes Feedback geben.

Unser Badezimmer
Die Nature’s Head in unserem Wohnmobil.

Das tägliche Leben mit der Trenntoilette von Nature’s Head

Seit wir die Nature’s Head haben, gehen wir fast ausschließlich auf unsere boardeigene Toilette, selbst auf Campingplätzen oder unterwegs, wenn wir an Rastplätzen Halt machen. Das war nicht immer so, aber nun möchten wir es nicht mehr missen. Das wir für die Trockentoilette bzw. Komposttoilette, wie diese Art der Toilette ebenfalls genannt wird, kein Wasser zum Spülen benötigen, finden wir ebenfalls klasse. So hält auch bei ausschließlicher Benutzung unser Wasservorrat ziemlich lange.

Am Anfang mussten wir uns natürlich erst einmal dran gewöhnen, dass man nach dem Toilettengang nicht spült, sondern lediglich bei Bedarf zur Reinigung ein paar Spritzer Essigwasser in der Schüssel verteilt und anschließend mit einem Stück Toilettenpapier nachwischt.

Außerdem haben wir gleich beschlossen, unser Toilettenpapier nach dem kleinen Geschäft in einem separaten Mülleimer mit Deckel zu sammeln. Das Toilettenpapier für das große Geschäft werfen wir weiterhin in den Feststoffbehälter. Wir benutzen dafür aber eher dünneres Toilettenpapier, weil es sich besser zersetzt. So wird der Feststoffbehälter nicht so schnell voll und wir kommen gut drei Wochen bei ausschließlicher Benutzung der Nature’s Head Trenntoilette aus, bevor wir sie leeren und neu ansetzen müssen. Den Mülleimer mit dem Toilettenpapier entsorgen wir nach Möglichkeit nach circa zwei Tagen mit unserem restlichen anfallenden Müll.

Mülleimer
Für das Toilettenpapier haben wir einen zusätzlichen Mülleimer im Bad angebracht.

Wann und wie wird die Trockentoilette entsorgt?

Wann die Toilette entleert werden muss, kommt natürlich auf die Häufigkeit der Benutzung an. Der Urinbehälter hat ein Fassungsvermögen von ca. 8 Liter. Wir sind fünf Personen und benutzen die Toilette ganz normal oft. Deshalb müssen wir, wenn wir uns den ganzen Tag am und im Wohnmobil aufhalten, allerspätestens nach 1,5 Tagen den Urinbehälter entleeren. Ich mache das in der Regel aber jeden Morgen.

Sind wir fast den ganzen Tag unterwegs und gehen unterwegs irgendwo auf Toilette, kann das Intervall entsprechend verlängert werden. Es sei jedoch gesagt, dass der Urin nach einigen Tagen durchaus zu riechen anfängt. Deshalb würde ich empfehlen, spätestens am dritten Tag zu entleeren, auch wenn der Behälter bis dahin nicht gefüllt ist.

Wie voll der Urinbehälter ist, kann man von außen durch die leicht transparente Hülle erkennen. Bei uns ist das aufgrund der schlechten Lichtverhältnisse im Bad bei Dämmerung bzw. in der Nacht schwierig zu erkennen. Tagsüber hingegen sieht man das ganz gut. Etwas mehr Transparenz bei der Flasche wäre uns deshalb noch lieber.

Den Feststoffbehälter müssen wir bei dauerhafter und ausschließlicher Nutzung nach ungefähr drei Wochen entleeren. Das merkt man daran, dass der Behälter dann etwa zu 2/3 voll ist und sich die Kurbel spürbar schwerer drehen lässt. Da es bei einer Komposttoilette kein „es ist voll, keiner darf mehr auf Toilette gehen“ gibt, ist immer genügend Zeit, eine Entsorgungsmöglichkeit ausfindig zu machen. Wir haben noch keine Strichliste geführt, aber laut Hersteller sind etwa 60-80 Toilettengänge die durchschnittliche Benutzungsdauer, bis eine Entleerung notwendig wird.

Sind wir nicht so lange am Stück unterwegs, dann hat der Inhalt der Toilette auch länger Zeit, sich zu zersetzen und zu trocknen. So sind auch mehr Toilettengänge möglich.

Das Entleeren der Urinflasche

Den Urinbehälter kann man zum Entleeren einfach entnehmen. Dazu wird der Toilettensitz hochgeklappt. Wichtig ist, dass man noch einen kurzen Moment nach dem letzten Toilettengang wartet und eventuell den letzten Tropfen Urin, der noch unten am Trichter hängt, abwischt. Wegen der beengten Verhältnisse unseres Badezimmers haben wir die Toilette recht nah an der Wand installiert. Wir können den Sitz deshalb nur so weit hochklappen, dass geradeso die Flasche entnommen werden kann. Dann schraubt man den Deckel der Flasche auf. Dieser ist wirklich dicht und trotz Schütteln und auf den Kopf stellen konnte bisher kein Tropfen entkommen.

Die Flasche kann am Tragegriff oder, wer es diskreter mag, in einem Rucksack oder einer Tasche zur nächsten Entsorgungsmöglichkeit getragen werden. Der auf den ersten Blick scheinbare Nachteil von 8 l Fassungsvermögen ist hier schnell weider ein Vorteil. Denn selbst voll gefüllt ist die Flasche nicht schwer und kann problemlos auch mal ein paar Meter getragen werden.

Entsorgt werden kann der Urin nahezu überall wo ein Kanalanschluss vorhanden ist (Toilette, Kanal, Chemie-WC-Entsorgungsstation, etc.). Ist man in der Natur unterwegs, kann der Urin auch bedenkenlos in den Büschen entleert werden. Keine Angst, es riecht nicht und wenn der Nächste dran vorbei läuft, wird er nichts bemerken. Ich habe mit dem Urin auch schon nach einer Reise unsere Pflanzen im Garten gedüngt. Bäumen macht das nichts aus. Bei kleinen Strauchpflanzen wie Tomaten oder Paprika sollte man allerdings den Urin verdünnen. Würde es stinken, würde ich es nicht in meinen Garten kippen.

Beim Entleeren kann man einen würzigen Geruch wahrnehmen, der je nach Essgewohnheiten der Benutzer variieren kann. Diesen Geruch haben wir bisher wirklich ausschließlich beim Entleeren wahrgenommen. Allerdings wollen wir deshalb lieber auf Spargel im Wohnmobil verzichten.

Wenn die Flasche leer ist, wird sie nach Möglichkeit kurz mit Wasser ausgespült. Anschließend schütten wir einen Schluck Essig gegen Urinstein in die Flasche und setzen sie wieder ein.

Alles Kacke… der Feststoffbehälter

Was den meisten Leuten unnötigerweise Bedenken bereitet ist die Entsorgung des Feststoffbehälters. Dabei gibt es eigentlich keinen Grund dazu. Durch das regelmäßige Durchmischen des Inhalts mit dem Rührwerk, sowie die Abführung der feuchten Luft durch den Lüfter, trocknen die Feststoffe in der Nature’s Head Trenntoilette recht gut aus. Ist der Inhalt doch mal zu feucht (zum Beispiel bei Krankheiten mit länger anhaltendem Durchfall oder Erbrechen), sollte man etwas Kokosfaser nachstreuen, damit die Feuchtigkeit gebunden werden kann und keine Gerüche entstehen.

Bereits wenige Stunden nach der letzten Benutzung kann man auch beim Entleeren keinen fäkalischen Geruch mehr wahrnehmen. Selbst wenn ich meine Nase direkt über den Behälter halte, rieche ich nichts Unangenehmes.

Generell ist es natürlich so, dass je länger man nach der letzten Benutzung wartet, desto angenehmer die Entsorgung ist. Etwa nach einer Woche ist nur noch das Toilettenpapier sichtbar. Deshalb entleeren wir bevorzugt erst wieder vor dem nächsten Urlaub. Über den Winter lassen wir den Inhalt einfach bis zum Frühling in der Trenntoilette.

Kompost in der Trenntoilette
Nach weniger als einer Woche ist nur noch das Toilettenpapier im Kompostbehälter der Toilette sichtbar

Zum Entleeren zieht man das Oberteil der Trenntoilette aus dem Scharnier und stellt es ab. Dann schraubt man die komplette Toilette von den Winkeln am Boden lose. Wir entleeren bevorzugt zuhause in unseren Komposthaufen im Garten. Wer keinen Kompost hat oder unterwegs entleeren möchte, der kann den Inhalt auch einfach in einen stabilen Müllsack leeren und diesen gut verschlossen im Restmüll entsorgen. Ist man weit entfernt von bewohntem Gebiet, kann der Inhalt auch bedenkenlos vergraben werden. Wegen der Tiere sollte dabei aber ein ausreichend tiefes Loch gegraben werden und natürlich einen gewissen Abstand zu Gewässern eingehalten werden.

Oft hören wir in diversen Foren die Empörung der Leute, wenn sie hören, dass die Feststoffe im Restmüll entsorgt werden können. Aus eigener Erfahrung können wir aber versichern, dass Hundekotbeutel und Babywindeln deutlich mehr stinken, wenn der Müllsack mal kaputt geht. Bei der Nature’s Head bleibt am Ende scheinbar nur Erde übrig. Es riecht nicht und es sieht nicht eklig aus.

Kompost aus der Nature's Head
Wir entsorgen unsere Toilette meistens auf dem eigenen Kompost zuhause. Der Inhalt der Toilette ist weder eklig, noch stinkt er. Er erinnert an Blumenerde – uns so riecht er auch.

Kinder, Kinder… wie gut funktioniert das mit dem Nachwuchs?

Durch die Klappe über dem Feststoffbehälter funktioniert die Benutzung der Toilette bei allen Familienmitgliedern wirklich gut. Ist die Klappe geschlossen, fließt der Urin immer nach vorne in die Flasche. Das ist vor allem bei Frauen und Kindern wichtig, da hier sonst öfter Flüssigkeit im Feststoffbehälter landen könnte, was dann im schlimmsten Fall auf Dauer zur Geruchsbildung führen kann. Eine gewisse Menge Flüssigkeit im Feststoffbehälter macht dagegen nichts.

Bei den meisten Menschen funktioniert es wunderbar, erst das kleine und anschließend das große Geschäft auf der Toilette zu erledigen. So lassen wir die Klappe über dem Feststoffbehälter meist geschlossen, bis wir mit dem kleinen Geschäft fertig sind und öffnen dann erst die Klappe für den Feststoffbehälter für das große Geschäft. Auch die Kinder kommen mit dieser „Bedienung“ gut zurecht.

Lange im Urlaub – wie ist es, wenn Frauen ihre Periode haben?

Toiletten im Wohnmobil sind schon seit jeher ein Scheißthema. Die Periode übrigens auch. Da wir mit drei Frauen mit Menstruationshintergrund unterwegs sind, passiert es natürlich auch mal, dass eine von uns ihre Periode auf der Reise bekommt. Aber auch das ist kein Problem. Natürlich fließt beim Wasserlassen dann etwas Blut mit in den Urinbehälter. Am Vorgehen ändert das nichts.

Der Urin hat dann folgerichtig auch eine andere Färbung, wenn Frau ihre Periode hat. Anders riechen tut er dadurch nicht. Wenn sich doch mal Ablagerungen am Boden der Flasche gebildet haben, haben wir diese einfach eine Zeit mit Essig eingeweicht und ausgespült. Das hilft auch übrigens auch bei Urinsteinablagerungen.

Und was ist mit der generellen Sauberkeit und Hygiene?

Wir sind es von zuhause gewohnt, nach dem Toilettengang zu spülen. Durch das viele Wasser bekommen wir ein Gefühl von Sauberkeit vermittelt. Die Wasserspülung haben wir bei der Nature’s Head natürlich nicht. Wenn man die Regeln einhält, bleibt aber auch die Trenntoilette ein sauberer Ort. Dazu gehört natürlich auch, dass das Wohnmobil einigermaßen gerade steht, weil sonst beispielsweise der Urin nicht richtig ablaufen kann.

Auch muss man sich erst einmal überwinden, nach der Benutzung etwaige verbliebene Tröpfchen mit Essigwasser zu besprühen und mit einem Stück Toilettenpapier wegzuwischen. Da auf der glatten Oberfläche der Toilette ohnehin kaum etwas hängen bleibt, beschränkt sich dies jedoch meist auf den letzen verbleibenden Rest im Bereich zwischen den Abflusslöchern.

Bremsspuren“ hatten wir dank der großen Öffnung zum Feststoffbehälter glücklicherweise noch nie. Sollte dies trotzdem einmal vorkommen, muss man das mit Reiniger und Toilettenpapier reinigen.

Beim Entleeren des Urinbehälters sollte man besonders auf die Hygiene achten. Da der Behälter nur eine Öffnung hat, kann es schnell passieren, dass man die Flasche zu steil hält und es beim auskippen zum „gluckern“ oder „schwappen“ kommt. Abhilfe schafft hier nur dosiertes und langsames Ausleeren. Kippt man die Urinflasche nur vorsichtig und langsam, kann jederzeit Luft in die Flasche strömen. Dann gluckert nichts und man versaut weder das Umland um den gewünschten Entsorgungsort noch sich selbst. Hier wäre ein Ventil zur Belüftung beim Entleeren wünschenswert. Aber wie gesagt, wenn man es ein, zwei Mal geübt hat und Geduld mitbringt, ist das auch ohne Sauerei machbar.

Leider ist die Flaschenbeschaffenheit auch so, dass nach dem Leeren ein kleiner Rest in der Flasche verbleibt. Wenn der letzte Tropfen nicht  mit heraus kommt, ist das allerdings nicht schlimm. Den bekommt man dann beim Ausspülen mit raus.

Leert man den Feststoffbehälter, benötigt man einen großen und möglichst stabilen 60l-Müllsack, der über die komplette Öffnung des Feststoffbehälters passt. Dann geht auch sicher nichts daneben, Hände und Wohnmobil bleiben sauber. Ein nettes Video hierzu hat ToMTuR auf Youtube bereitgestellt:

Wenn wir den Behälter auf dem Kompost entleeren, dann kippen wir ihn einfach kopfüber darauf und heben ihn vorsichtig wieder ab. Den Feststoffbehälter reinigt man nach dem Entleeren übrigens nicht. Die dort ansässigen Bakterien dienen sozusagen als Starthilfe für den nächsten Kompostierungsintervall.

Die „Wenn’s“ und „Aber’s“

Nach einem Jahr der Benutzung haben wir natürlich auch ein paar „wenn’s“ und „aber’s“ gesammelt.

Fliegen fliegen Fliegen hinterher

Das größte Problem, das wir bisher hatten, war eine kleine Fliegeninvasion. Wir wissen nicht, woher sie kamen, aber wir hatten während einer Standzeit im Hochsommer vergangenen Jahres plötzlich einige tote sowie noch lebende winzig kleine Fliegen an unserem Badfenster gefunden. Sie sahen aus wie gewöhnliche Fruchtfliegen.

Wir hatten unseren Feststoffbehälter nach dem Urlaub wie immer nicht geleert und ein paar Wochen später die Fliegen im Bad entdeckt. Beim Öffnen der Toilette kamen uns ein paar weitere Fliegen entgegen. Natürlich waren wir erst mal ein wenig verärgert.

Woher konnten die Fliegen nur kommen – und wie gingen sie wieder weg?

Möglich ist es, dass sie durch den Abluftschlauch (wir hatten den Ventilator ausgeschaltet) oder durch den Deckel ins Innere der Toilette kamen. Wahrscheinlich haben wir sie durch Lebensmittel (Obst oder Gemüse) im Wohnmobil eingeschleppt, als wir noch unterwegs waren und die Fliegen haben sich dann in unserer Abwesenheit munter und ungestört vermehrt.

Wir haben daraufhin die Toilette vollständig entleert und diesmal auch im Garten mit einem Wasserschlauch ausgespritzt, um mögliche Fliegeneier ebenfalls zu eliminieren. Außerdem haben wir sicherheitshalber über den Anschluss des Abluftschlauchs eine Nylonsocke gezogen. Das sollte zumindest eine erneute Invasion über diesen Weg vermeiden. Ein Fliegenfänger am Badfenster erledigte den Rest der noch herumschwirrenden Fliegen.

Nylonsocke
Sicherheitshalber haben wir eine Nylonsocke über den Abluftschlauch gezogen, damit von unten nichts hereinschwirren kann.

Außerdem hat uns Harriet Diedering von ToMTuR* einen Tipp für die Zukunft gegeben. Kieselgur*, ein weißes Pulver aus der Schale fossiler Kieselalgen, hilft angeblich bei der Bekämpfung jeglicher Insekten und Parasiten. Zudem ist es biologisch absolut unbedenklich. Das haben wir von nun an als „Notfallplan“ dabei. Man kann es einfach mit in die Toilette streuen und die Insekten sterben beim Kontakt damit, weil es die schützende Wachsschicht der Biester zerstört und sie regelrecht austrocknet. Allerdings haben wir diesen „Notfallplan“ seit dem noch nicht einsetzen müssen. Was ich aber im Hochsommer schon gemacht habe, ist bei längeren Standzeiten einfach das Kieselgur prophylaktisch über den Inhalt des Feststoffbehälters zu streuen. Ob es nötig war oder nicht, weiß ich nicht. Probleme hatten wir aber auch dann nicht, wenn ich vergessen habe.

Kieselgur gegen Fliegen in der Nature's Head
Im Hochsommer, während wir nicht auf Reisen waren, haben wir auch schon Kieselgur vorbeugend gegen Insekten über den Inhalt der Toilette gestreut.

Wenn das Fass mal überläuft

Ein eher dummer Fehler war, nicht auf den Füllstand der Flasche zu achten. So passierte es uns aus Unachtsamkeit einmal, dass unser Limit erreicht war und das Fass – oder in diesem Fall die Flasche – übergelaufen ist.

Das ist natürlich ärgerlich, denn als wir die Flasche entleeren wollten und dazu den Toilettensitz angehoben hatten, hat sich der überstehende Rest, der noch im oberen Teil des Toilettensitzes war, befreit. Der Urin lief glücklicherweise fast ausschließlich in den Teil, der als Urinflaschenhalter an der Toilette dient. Schlaue Leute haben diesen als Schale konzipiert und so war die meiste Flüssigkeit tatsächlich dort drinnen gelandet. Die Sauerei hielt deshalb Gottseidank stark in Grenzen und war leicht zu entfernen. Die Konstruktion der Flaschenhalterung hat also seinen doppelten Zweck und das sehen wir nun als großen Vorteil an.

Dass das passiert ist, war natürlich nur unsere eigene Schuld. Einen Vorteil hatte das Ganze – wir können nun bestätigen, dass die Trenntoilette von Nature’s Head auch wirklich von oben bis unten komplett dicht ist.

FAQ – was wir sonst noch oft gefragt werden

Hört man den Lüfter?
– Wenn man genau daneben steht, dann hört man ihn. Sonst nicht. Auch Nachts hören wir ihn nicht.

Stinkt es wirklich nicht?
– Nein. Wenn man die Nase genau über den Feststoffbehälter hält und die Klappe öffnet kann man einen erdigen Geruch, wie bei frischer Blumenerde oder im Wald nach einem Regen, feststellen. Der Urinbehälter riecht beim Entleeren etwas würzig. Je länger er jedoch im Behälter steht, desto stärker wird der Geruch des Urins. Das bemerkt man aber nur beim Entleeren. Im Wohnmobil ist nichts wahrnehmbar.

Wohin führt euer Abluftschlauch?
– Er führt direkt nach unten. Übrigens ist das „Unten“ genau neben der Stelle, wo wir draußen meist den Tisch und die Stühle aufstellen. Man riecht auch hier nichts.

Muss man als Frau „Zielübungen“ beim Urinieren machen?
– Nein, überhaupt nicht. Durch die Klappe, die beim Urinieren möglichst geschlossen bleibt, fließt alles in den Flüssigkeitenbehälter ab. So ist es auch egal, wenn es ein wenig streut oder man nicht genau vorne in den Trichter trifft. Auch für Kinder ist es deshalb geeignet und Männer könnten in der Theorie auch im Stehen urinieren.

Muss ich unbedingt Kokosfasern als Einstreu nehmen?
– Nein, allerdings eignen sich diese durch ihre Saugfähigkeit besonders gut und sind aus Umweltgründen ebenfalls gut geeignet. Alternativ kann auch unbehandelter Torf genommen werden.

Kann ich eine Mülltüte in den Feststoffbehälter machen?
– Nein. Das eingebaute Rührwerk ist nicht ohne Grund da, verhindert aber, dass ein Müllbeutel in dem Behälter eingesetzt werden kann. Es beschleunigt die Zersetzungs- und Trocknungsvorgänge und sorgt für eine gleichmäßige Trocknung und einen maximalen Nutzungszeitraum bis zur nächsten Entleerung.

Die Toilette ist ziemlich teuer. Kann man das nicht selbst bauen?
– Stimmt, die Trenntoilette hat ihren Preis. Aber den ist sie auch wert. Ihr System ist erprobt und durchdacht. Der Einbau ein Kinderspiel. Sicher gibt es für wenig Geld Trenneinsätze zu kaufen. Aber gerade das Durchmischen mit dem Rührwerk finden wir gut. Bei selbstgebauten Toiletten muss nach jedem Toilettengang neues Einstreu darübergestreut werden. Eine Durchmischung gibt es dann auch nicht. Die Trocknung fällt dann nur noch in sehr begrenztem Maß aus, somit verliert der Inhalt auch weniger schnell an Volumen und muss öfter geleert werden. Außerdem ist auch die Zeit zu berechnen, die man für die Entwicklung und den Einbau eines eigenen Konstruktes benötigen würde. Das alles zusammengerechnet ergibt dann in unseren Augen letztendlich kaum einen Vorteil gegenüber dem fertigen Produkt.

Ist die Toilette nicht riesig groß?
– Die Trenntoilette von Nature’s Head ist in der Sitzhöhe tatsächlich ein paar cm höher als die meisten gängigen Wohnmobilcasettentoiletten. Wir empfinden das aber nicht als unangenehm. Selbst die Kinder kommen damit gut zurecht. Und im Vergleich zu anderen Trenntoiletten und Trenneinsätzen macht die Nature’s Head einen schlanken Eindruck. In der Tabelle bekommt man einen kurzen Überblick über die gängigen Toiletten im Wohnmobil:

NATURE’S HEADSEPARETT SANITOASEPARETT WEEKEND 7010SEPARETT VILLA 9010THETFORD
C223-CS
DOMETIC
CTS 4110
H x B x T [MM]525 x 451 x 483520 x 450 x 540520 x 450 x 540541 x 456 x 672534 x 394 x 580672 x 382 x 530
Sitzhöhe [MM]500??440492?

Ist das, was aus der Toilette kommt, wirklich Kompost?
– Ganz so einfach ist das leider nicht. Natürlich ist der fäkalische Geruch und die Feuchtigkeit weg, aber richtiger Kompost ist es dann noch nicht. Man kann sagen, es ist die Vorstufe davon. Sollte man den Inhalt, wie wir, auf dem Kompost entsorgen, sollte man ihn dort mindestens ein Jahr mit anderen pflanzlichen Substanzen arbeiten lassen.

Würdet ihr die Toilette nochmals einbauen?
– Ja. Uns kommt nichts anderes mehr ins Wohnmobil. Wir sind nach wie vor begeistert von der Nature’s Head Trenntoilette.

Unser Fazit nach einem Jahr Trenntoilette 

Wir sind immer noch begeistert und empfehlen die Trenntoilette von Nature’s Head gerne weiter. Für uns ist es auch kein Problem, Neugierige unterwegs bei uns mal „reinschnüffeln“ zu lassen. Der Einbau und die Benutzung sind einfach und gut.

Die Trenntoilette ist ein riesiger Freiheitsgewinn für uns, da wir nicht mehr auf die Suche von Entsorgungsstationen machen müssen und auch mal drei Wochen außerhalb der Zivilisation verbringen können. Die ungeliebte (und stinkende) Toilettenchemie fällt komplett weg und man muss kein Trinkwasser mehr zum Toilettespülen verschwenden. Dank Solaranlage, Wasserfilter und Trenntoilette sind wir so lange Autark, bis uns die Lebensmittel ausgehen.

Auch der Service vom ToMTuR-Team ist grandios und man kann sich mit jeder erdenklichen Frage an sie wenden.

 

Wie steht es mit dir? Hast du noch Fragen zum Thema Trenntoilette? Hast du bereits eine Trenntoilette im Einsatz und kannst uns davon erzählen? Dann schreib doch in die Komentare. Wir freuen uns drauf von dir zu lesen.

5 Kommentare

  1. Hallo, hab mir auch eine Nature’s Head bestellt, eure Erklärung ist einfach top!!!
    Nur eine Frage, wie ist das mit dem Stromverbrauch, der Lüfter läuft doch wohl Tag und Nacht?
    Habe Solar auf dem Dach! Wie ist das in der Urlaubspause, so wie ich lese last ich die Mischung in dem Behälter, da geht es dann auch ohne Lüfter?
    Schöne Grüße Heinz

  2. Hallo Heinz,

    danke für das Kompliment 😉
    Nun, der Stromverbrauch des Lüfters ist sehr gering. Wenn du Solar auf dem Dach hast, ist das sowieso kein Problem, denn der Lüfter verbraucht in 24 Stunden weniger als 1,7 Ah.
    Solange die Toilette in Gebrauch ist (Urlaub), sollte der Lüfter schon durchlaufen. Aber er ist recht leise.

    Wenn wir, so wie heute, aus dem Urlaub zurück kommen, lasse ich den Inhalt noch eine Weile nachtrocknen mit Lüfter und schalte ihn nach ein paar Tagen ab, wenn ich merke, dass der Inhalt relativ trocken wurde. Das erkennt man neben dem optischen Aspekt auch am Kurbelverhalten.
    Da der Lüfter hauptsächlich dazu da ist, die feuchte Luft abzutransportieren, ist in der Urlaubspause der Lüfter nicht notwendig, da ja keine neue Feuchtigkeit reinkommt.

    LG Christa

  3. Vielen Dank für die Berichte über die Nature’s Head. Super Informativ und schön locker erzählt. Bin dabei Infos für einen Selbstausbau zu sammeln. Mein Entschluss zu einer Trockentrenntoilette festigt sich insbesondere Aufgrund der langen Nutzungszeit und einfachen Entsorgung immer mehr.
    Liebe Grüße Klaus

    1. Hallo Klaus,

      das freut mich, wenn dir meine Berichte bei der Entscheidungsfrage weiterhelfen können.
      Falls du weitere Fragen hast, kannst du dich gerne melden.

      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
      Christa

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