Natures Head Trenntoilette

Die Trenntoilette von Nature’s Head

Es ist mit Sicherheit nicht das beliebteste Thema und doch beschäftigt es sowohl Wohnmobil- als auch Wohnwagenbesitzer gleichermaßen: die boardeigene Toilette. Warum wir eine Trenntoilette eingebaut haben und wie unsere Erfahrungen damit sind, kannst du in diesem Artikel lesen.


Nutzen oder nicht – das ist die Frage

Unter Campern gibt es verschiedene Toiletten-Typen: diejenigen, die die boardeigene Toilette überhaupt nicht nutzen und auf die Toiletten von Campingplätzen und Raststätten ausweichen, diejenigen, die die boardeigene Toilette nur für das „kleine Geschäft“ nutzen und diejenigen, die die boardeigene Toilette nutzen, als wären sie zuhause. Letztere sind wahrscheinlich der kleinere Prozentsatz. Warum ist das so?

Das Chemieklo – mehr Fluch als Segen

Der Name ist Programm: Chemie. Um die Kassettentoilette im Wohnmobil zu nutzen empfiehlt sich die entsprechende Toilettenchemie. Die meist blaue Flüssigkeit (gibt es auch als Tabs oder in grün) verspricht, die Fäkalien und das Toilettenpapier zu zersetzen, das Feste zu verflüssigen und wirbt damit, unerwünschte Gerüche zu unterbinden. Leider stinkt das Zeug selbst ganz ordentlich, womit von Unterbindung unangenehmer Gerüche nicht die Rede sein kann.

Auf dem Markt gibt es viele verschiedene Mittelchen, die für die Kassettentoiletten zugelassen sind. Einige davon enthalten chemische Bestandteile, die alles andere als umweltverträglich sind. Will man sich das als Camper und Naturfreund wirklich antun?

Das ist doch alles Scheiße!

Der Entleerungsvorgang der Kassettentoilette ist ebenfalls eher unangenehm und die Entsorgungsstationen oft ziemlich versifft und alles andere als einladend. Das spritzige Erlebnis beim auskippen der menschlichen Hinterlassenschaften samt Toilettenchemie ist trotz aller Vorsorge weder besonders wohlriechend noch spaßig. Aber was sein muss, muss sein. Also Klappe an der Entsorgungsstation auf, Nase zu und ab mit dem üblen Gemisch in die entsprechende Öffnung. Nun nur noch schnell die Kasette ausspülen, nachspülen und weg von diesem schrecklichen Ort.

Je nach Region ist es außerdem schwierig, überhaupt eine Entsorgungsstation zu finden.

Der unangenehme Entsorgungsvorgang war auch immer der Grund, warum wir die boardeigene Toilette so selten wie möglich nutzten. Lieber hielten wir an Raststätten, oder wenn wir abgelegen in der Natur unterwegs waren, setzten wir uns lieber hinter einen Busch, als später die Kassette leeren zu müssen. Auf einem Campingplatz wurde ohnehin die Platztoilette genutzt. Auch wenn man nachts einmal musste, haben wir uns lieber angezogen und sind über den halben Platz getrabt, als die Chemie in die Toilette zu kippen und diese zu benutzen. Aber ist das wirklich die Lösung?

Eine Trenntoilette für mehr Autarkie

Nein, unser Nutzungsverhalten war nicht wirklich die Lösung. Wir wollten mehr Autarkie in unserem Wohnmobilleben. Nicht nur, weil Raststätten- und Campingplatztoiletten auch oftmals eklig sind, sondern auch, weil wir gerne Ressourcen sparen und mal länger frei stehen wollen. Wir möchten gerne mal Länder besuchen, die nicht so gut mit Campingplätzen und Entsorgungsstationen bestückt sind, ohne ständig darüber nachdenken zu müssen, wie wir, im wahrsten Sinne, die Scheiße loswerden.

Verbrennungstoiletten kamen für uns nicht in Frage, da der Gasverbrauch doch beachtlich ist. Deshalb kamen wir auf die Idee mit der Trenntoilette. Die Idee, Wasser zu sparen, und uns damit ein längeres autarkes Stehen zu ermöglichen, ohne immer hinter einem Busch verschwinden zu müssen, gefiel uns. Auch die Tatsache, dass die Entleerung nicht nur einfacher, sondern auch umweltfreundlicher ist, war Teil unserer Entscheidung.

Und wie funktioniert eine Trenntoilette?

Das Prinzip der Trenntoilette ist einfach und derzeit gibt es verschiedene Hersteller, die sich dem Thema gewidmet haben. Auch ein Eigenbau ist mit ein bisschen handwerklichem Geschick umsetzbar.

Wie der Name schon sagt, wird getrennt: das Flüssige vom Festen. Die Trennung erfolgt über einen speziellen Toilettensitz. Dieser ist in der Regel zweigeteilt und besitzt vorne eine Art Schale oder Trichter mit Abfluss in den Urintank und hat im hinteren Teil eine Öffnung in den Feststoffbehälter.

Durch die Trennung von Flüssig und Fest bleibt der Fäulnisprozess aus, der bei Plumpsklos oder Dixiklos für den üblen Geruch sorgt. Auch der beißende Amoniakgeruch des Urins entsteht erst, wenn in den Urin Wasser beigemischt wird, was bei einer Trenntoilette nicht passiert. Die getrennten Auffangbehälter sorgen dafür, dass man (anders als bei einer sogenannten Trockentoilette) nur sehr wenig zusätzliches saugfähiges Material in den Fäkalbehälter beimischen muss, damit der Inhalt schneller austrocknet. Damit bleibt die Toilette praktisch geruchsfrei und der Feststoffbehälter füllt sich nur langsam, während erste Kompostierungsvorgänge im Behälter starten.

Die Entsorgung

Der Inhalt des Feststoffbehälters besteht aus getrocknetem Kot, Toilettenpapier und zur besseren Trocknung beigemischtem, biologisch abbaubarem Material (hierzu eignen sich unter Anderem kurze Kokosfasern sehr gut. Diese gibt es in kompakter, gepresster Form zum Beispiel hier*). Der Inhalt ist voll kompostierbar und umweltfreundlich.

Das heißt, wenn der Behälter voll ist, kann ich ihn theoretisch auf dem Komposthaufen entleeren. Dort durchlaufen die Überreste die natürlichen Kompostierungs- und Zersetzungsvorgänge. Nach einem Jahr der Kompostierung entsteht aus dem Inhalt der Toilette Humus, der frei von möglichen Krankheitserregern ist und als guter Dünger für Pflanzen im Garten verwendet werden kann.

Aber auch ohne Garten und Kompost, kann der Inhalt des Feststoffbehälters leicht entsorgt werden: in einem Stabilen Beutel über den Restmüll zum Beispiel (passiert ja auch mit Windeln und diese sind umweltschädlicher!) oder er kann ohne Beutel und in ausreichendem Abstand zu Gewässern vergraben werden. Dadurch, dass der Inhalt weder nach Fäkalien riecht, flüssig ist oder umweltschädliche Inhalte hat, ist das unbedenklich.

Der Flüssigkeitentank muss öfter entleert werden, doch auch das ist einfach. Er kann in jeder Toilette oder jeden Ausguss mit Anschluss an die Kanalisation entleert werden. Aufgrund des hohen Stickstoffgehaltes im Urin ist dieser aber auch ein hervorragender Dünger für Bäume oder mit Wasser verdünnt für andere Pflanzen. Das könnteaber wiederum zur Geruchsentwicklung beitragen.

Die Nature’s Head Trenntoilette

Natures Head Trenntoilette
Die Trenntoilette von Nature’s Head mit den von uns bestellten Kokosziegeln, dem zweiten Urintank und der Sprühflasche.

Da wir zum selbst bauen keine Zeit hatten, entschieden wir uns nach einiger Recherche für die Trenntoilette von Nature’s Head.

Nachfolgend findest du die Vorteile, die uns überzeugten:

  • keine Chemie nötig
  • kein Wasser zum Spülen nötig
  • keine zusätzlich zu installierenden Tanks oder Behälter
  • Befestigungsmaterial, Abluftschlauch und Lüfter im Lieferumfang
  • leicht und platzsparend zu installieren
  • der verschraubbare Urintank ist leicht und sauber zu transportieren und zu entleeren
  • durch Trennung und schnelle Trocknung entstehen keine unangenehmen Gerüche – weder durch die Ausscheidungen noch durch Chemie
  • die Ausscheidungen können umweltschonend entsorgt werden
  • die Rückstände des Feststoffbehälters können auf einem Komposthaufen kompostiert werden und von dort nach mindestens einem Jahr der Kompostierung als wertvoller Dünger verwertet werden
  • längere Autarkie, denn die Entleerung benötigt keine speziellen Entleerungsstationen und ein Toilettengang verbraucht kein Wasser zur Spülung
  • der Fäkalbehälter hat sehr lange Entleerungsintervalle
  • ein kleiner 12 V-Lüfter unterstützt die Trocknung der Feststoffe
  • die Klappe über dem Feststoffbehälter sorgt bei geschlossenem Zustand für den Ablauf von Urin in den Urinbehälter. So ist kein ungewolltes Urinieren in den Fäkalbehälter möglich – Männer könnten somit sogar im Stehen urinieren, Frauen müssen sich um die „Zielsicherheit“ keine Gedanken machen
  • durch das eingebaute manuelle Rührwerk werden die frischen Fäkalien untergerührt, was zur schnelleren Austrocknung, Zersetzung und optimalen Geruchsbindung führt
  • sowohl Kurbel für das Rührwerk als auch Lüfter können wahlweise links oder rechts an der Toilette angeschlossen werden und sorgen so für eine größere Einbauvielfalt der Toilette

Die technischen Details der Nature’s Head Trenntoilette

  • Höhe: 51cm
  • Tiefe: 45,1 cm
  • Breite: 33cm an der Basis; 41,3cm am Sitz
  • Gewicht: 12,7 kg
  • Stromverbrauch Lüfter: 70mA bei 12 V (unter 1,7 Ah in 24 Stunden)

Die letzten Zweifel

Wie fast jeder, dem wir von der Idee einer Trenntoilette im Wohnmobil erzählten, waren wir anfangs etwas skeptisch. Wirklich viele Erfahrungen im Vergleich zu den Wohnmobilisten, die noch mit normaler Kassette unterwegs sind, fanden wir nicht.

Also habe ich sicherheitshalber nochmal mit dem Händler (ToMTuR.de) gesprochen um meine Bedenken zu äußern. Wie sich herausstellte nutzt er die Toilette selbst mit Frau und Kind im Wohnmobil und plaudert begeistert aus dem Nähkästchen. Er erklärte, dass diese Toiletten oft in schwedischen und norwegischen Ferienhäusern verbaut werden und oft auch auf Booten im Einsatz sind – warum also nicht auch im Wohnmobil? Auch schwärmt er von den langen Entleerungsintervallen. Ich bin überzeugt und bestelle.

Die Testphase zuhause im Badezimmer

Die Lieferung erfolgte prompt. Doch bevor wir unsere Kassettentoilette ausbauten, testeten wir erstmal zuhause. Da diese Toilette weder einen Wasseranschluss noch zusätzliche Tanks benötigt, konnten wir sie einfach im Bad aufstellen. Wir legten einen der mitbestellten Kokosfaserziegel (als Grundlage für den Kompostierungsvorgang) in den Fäkalbehälter und weichten ihn mit den angegebenen vier Litern Wasser auf. Den Lüfter ließen wir unangeschlossen.

Das Ergebnis des Tests zuhause war beeindruckend: Fünf Personen, zwei Tage. So lange dauerte es bei ausschließlicher Nutzung, bis der Urintank etwas mehr als zwei Drittel voll war. Das war für uns eine akzeptable Dauer. Die Kassettentoilette hatte Dank Spülwasser mindestens genauso schnell, wenn nicht sogar schneller einen Entleerungsdienst nötig.

Und der Geruch?
Wir testeten im Winter. Wir haben Fußbodenheizung. Das Bad ist mit Abstand der wärmste Ort im ganzen Haus. Der Fäkalbehälter stand direkt auf der beheizten Fläche. Wir rechneten mit dem Schlimmsten. Aber was soll ich sagen? Man konnte auch ohne Lüfter nichts riechen. Nicht mal mit der Nase direkt über der offenen Toilette.

Die Benutzung der Trenntoilette

Die Nutzung ist erstmal gewöhnungsbedürftig aber einfach. Anfangs fragten wir Frauen uns, ob wir nun Zielübungen machen müssten, um die Flüssigkeiten-Auffangschale zu treffen. Dann erfuhren wir, dass bei der Nature’s Head Trenntoilette bei geschlossener Feststoffklappe der Urin immer im Urintank landet. Aber auch bei geöffneter Klappe muss Frau weder Verrenkungen noch Zielübungen auf sich nehmen. Und selbst wenn doch ein paar Tropfen im Feststoffbehälter landen ist das nicht tragisch, solange es nicht Literweise dort eintrifft.

Um einen besseren Kompostierungsvorgang zu gewährleisten und das Entleerungsintervall des Feststoffbehälters zu verlängern einigten wir uns auf den Kompromiss, das Toilettenpapier, das beim Pipi machen anfällt, in einen dazu bereitgestellten Papierkorb zu werfen. Wir kennen es aus vielen Urlauben in abgelegenen Fincas und Ferienwohnungen, dass das Papier nicht mit in die Toilette darf und es stört uns nicht.
Das Toilettenpapier des „großen Geschäftes“ kommt bei uns einfach mit in den Feststoffbehälter. Natürlich könnte man das gesamte Toilettenpapier in den Feststoffbehälter werfen, doch dann muss man öfter leeren. Außerdem zersetzt sich das Papier deutlich schlechter als der Rest. Es empfiehlt sich, zweilagiges Papier zu verwenden, da sich dieses besser und schneller zersetzen kann als Toilettenpapier mit mehr Lagen.

Nach dem „großen Geschäft“ wird die Klappe wieder geschlossen und die Handkurbel betätigt (so entsteht also „gequirlte Scheiße“). Wie zuhause auf der Toilette riecht man hier eventuell direkt nach dem Toilettengang etwas, doch dieser Geruch verschwindet, wie zuhause auch, schnell wieder.

Und was ist mit der Hygiene?

Ja, es ist auch gewöhnungsbedürftig, dass man nicht spülen muss. Wir sind es hierzulande gewohnt, mit Wasser nachzuspülen. Wasser scheint für uns ein wenig zum Synonym für Hygiene geworden zu sein, oder? Auf Toilette zu gehen und nicht zu spülen erscheint uns erstmal unhygienisch. Ist es aber nicht. Die Ausscheidungen landen alle dort, wo sie sollen und den Feststoffbehälter nicht zu treffen ist nahezu unmöglich (da wären wir dann doch beim Thema Verrenkungen auf der Toilette). Auch alles Flüssige läuft in der glatten Schüssel gut ab. Es bleiben höchstens mal wenige Tropfen hängen.

Die Toilette hat keinen Spülrand und keine bewegliche Toilettenbrille. Das liegt an ihrer Herkunft im Bootsbau begründet und hat den Vorteil, dass sich dort auch keine Rückstände ansammeln können. Läuft der Urin nicht komplett ab oder möchte man die Toilette reinigen, kann man sie mittels der mitgelieferten Sprühflasche mit verdünntem Essig (Mischungsverhältnis 1:1) einsprühen und mit Toilettenpapier oder einem anderen Tuch auswischen.

Der Feststoffbehälter wird in den nötigen Abständen geleert, aber nicht gereinigt. So können die angesammtelten Bakterien gleich wieder den Kompostierungsvorgang starten, wenn neue Masse eintrifft.

Um Urinstein und Ablagerungen im Urintank vorzubeugen geben wir immer nach der Entleerung ein klein wenig Essig in den Tank.

Wird die Toilette länger nicht genutzt, sollte natürlich der Flüssigkeitenbehälter geleert und ausgespült werden. Den Feststoffbehälter leert man besser nicht. Je länger die Feststoffe dort ihren Kompostierungsvorgang fortführen können, desto angenehmer und hygienischer ist am Ende die Leerung.

Der Einbau im Wohnmobil

Schwieriger als der Einbau der Nature’s Head Trenntoilette im Wohnmobil war der Ausbau der alten Toilette. Unsere Thetford Kassettentoilette war perfekt in das Wohnmobil integriert. Schrank, Boden… alles war angepasst. Wasserleitungen lagen natürlich auch. Das alles musste erstmal raus.

Wer die alte Toilette raus schaffen möchte und die Wasserleitung still legen möchte, sollte darauf achten, dass kein blinder Ast in der Leitung liegen bleibt, da sich dort sonst Legionellen bilden können. Sinnvoll ist es, die Leitung der Toilettenspülung bis zum Abzweig zu kappen.

Hat man wie wir einen Holzboden, kann man die Trenntoilette einfach mittels mitgelieferter Winkel und Schrauben anschrauben. Ansonsten muss man sich eine Halterungsoption selbst bauen. Beim Einbau sollte darauf geachtet werden, dass man den Sitz zum Entleeren nach oben klappen muss. Da bei uns der Platz knapp bemessen ist, beschlossen wir es so einzubauen, dass wir den Sitz weit genug anheben können, um den Flüssigkeitentank zu entnehmen bzw. zur Leerung des Feststoffbehälters den Sitz komplett aus den Scharnieren ziehen können.

Da die Natures Head Trenntoilette ein wenig breiter ist, als die Thetford Toilette, mussten wir sie an anderer Stelle einbauen. In der so entstandenen Lücke zwischen Schrank und Toilette verlegten wir den Abluftschlauch und können dort noch einen Papierkorb aufstellen.

Glücklicherweise hatte die Kassettentoilette schon einen Geruchsabzug nach unten. An dieser Stelle schlossen wir den Abluftschlauch an. Sicherheitshalber befestigten wir unter dem Wohnmobil am Abluftloch ein Fliegengitter, um ungebetene Gäste fern zu halten. Hat man kein Abluftloch nach unten könnte man aber auch ein Loch samt Abdeckung in der Klappe integrieren, die zuvor für die Entleerung der Kassette benutzt wurde. Auch eine neue Entlüftung nach oben oder unten ist realisierbar. Man sollte sich natürlich zuvor schlau machen, wo man bedenkenlos ein Loch bohren kann und wie man es eventuell gegen Feuchtigkeit (Regen) schützt.

Um den kleinen 12 V Lüfter anzuschließen, haben wir uns die Stromversorgung einfach bei der alten Toilettensteuerung geklaut.

Kabel Toilettensteuerung
Das Kabel der Thetford-Toilette steuerte zuvor die Spülung und den Füllstandssensor. Jetzt dient es als 12 V-Versorgung für unseren Lüfter.

Nachdem die Toilette angeschraubt war, die Stromversorgung für den Lüfter sicher gestellt war, ist der Rest nur noch Kosmetik. Der Abluftschlauch wurde mit Silikon abgedichtet und bald wird ein neues Brett am Schrank folgen.

Erstes Fazit

Super – wir möchten unsere Toilette nicht mehr missen. Kein panisches Rennen zu den Raststättentoiletten mehr. Kein Gang hinter den nächsten Busch und kein Marsch über den Campingplatz in der Nacht mehr, nur um der Kassettentoilette aus dem Weg zu gehen. Wir nutzen unsere Toilette wie zuhause – bis auf die Toilettenpapier-in-den-Papierkorb-Geschichte. Aber das ist unsere eigene Entscheidung zur Verlängerung der Leerungsintervalle.

Nutzen wir die Toilette zu fünft ausschließlich, dann müssen wir nach zwei Tagen den Flüssigkeitentank auskippen. Den Feststoffbehälter haben wir nach zweieinhalb Wochen Urlaub und einem Wochenende noch nicht geleert.

Man riecht nichts. Nur wenn der Flüssigkeitentank länger nicht geleert wurde, entwickelt er einen Eigengeruch. Mit angeschlossenem Lüfter ist das nicht wahrnehmbar. Erst beim Entleeren fällt dieser Geruch auf, ist aber noch deutlich besser als der Geruch der Kassettentoilette. Wir leeren den Flüssigkeitentank einfach alle zwei Tage – dann riecht auch beim Ausleeren nichts.

Die Reinigung der Toilette ist einfach und sauber, das Material hochwertig. Für den Notfall haben wir einen zweiten Flüssigkeitentank, doch die Notwendigkeit zum Einsatz bestand bisher noch nicht.

Der Einbau ist einfach und Idiotensicher.

Natürlich kostet die Toilette ihr Geld und ein Eigenbau ist wahrscheinlich günstiger. Doch wer wie wir einfach wenig freie Zeit hat und ein hygienisch sauberes und qualitativ hochwertiges Produkt sucht, der liegt mit der Trenntoilette von Nature’s Head sicher nicht falsch.

14 Kommentare

  1. Witzig, ich seh grad, dass der Beitrag heute erst online gegangen ist. Großer Zufall, dass ich heute zu dem Thema gegoogelt habe 😉 Danke für den informativen Beitrag, besonders, weil Ihr auch Bilder vom Umbau gemacht habt. Wir überlegen nämlich, ebenfalls unsere Thetford gegen eine Trenntoilette zu tauschen.
    Kennt Ihr die Separett-Trenntoiletten? Ich grübel immer noch, welche wohl die Richtige für uns wäre, mich stört, dass die Trenntoiletten alle so hoch sind. Könntet Ihr mal bitte die Sitzhöhe vom Boden aus messen? Danke

  2. Liebe Mona,

    ja, auch über die Separett-Trenntoiletten haben wir uns ein wenig informiert. Allerdings hat die Nature’s Head Trenntoilette in meinen Augen ein paar Vorteile:
    – Das eingebaute „Rührwerk“, mit dessen Hilfe die Feststoffe vermengt und „zerkleinert“ werden
    – Sie war von den Einbaumaßen kleiner als die Separett-Toilette
    – Die Sichtklappe zum Feststoffbehälter dient auch als Ablauf in den Urintank. Somit kann nichts „daneben gehen“.
    Ich war auch gleich mal draußen mit dem Metermaß. Ab Bodenhöhe bis Oberkante Toilettensitz liegen wir bei 54 cm.

    Liebe Grüße
    Christa

    1. Danke Christa, genau diese Einbaumaße lassen mich bisher an der Separett zweifeln, soviel Platz hat man ja leider in einem Standard-Wohnmobil-Bad nicht 😉
      Allerdings ist die Sitzhöhe der Nature’s somit bisher die Höchste :-O das ist auch ein Punkt, der mich stört, ist ja leider für den Toilettengang eher vorteilhaft, einen eher kleinen Bein-Oberkörper-Winkel einzunehmen 😉

      LG Mona

  3. Herzlichen Dank für diesen Beitrag! Er hat meine Zweifel bezüglich einer Trenntoilette endgültig ausgeräumt. Die Chemietoilette ist mir schon lange ein Dorn im Auge und wird bei nächster Gelegenheit getauscht.
    Super geschrieben und für Einsteiger leicht nachvollziehbar.
    Schöne Woche!
    Christine

    1. Es freut mich sehr, dass ich bei der Entscheidungsfindung helfen konnte.
      Vielen Dank für dein Lob. Das hört man natürlich gerne.
      Liebe Grüße
      Christa

  4. Hallo,
    ich interessiere mich auch schon länger für diese Toilette.
    Ich habe gesehen, dass Ihr auch ein recht kleines Bad im WoMo habt.
    Welches ist es denn?
    Bei mir es auch sehr eng und da unser Fahrzeug erst 2 Jahre alt ist, habe ich noch etwas Angst, hier den Umbau zu machen…. Wahrscheinlich muss ich auch noch das Waschbecken ändern.
    (Wir haben ein Eura Activa A690.
    Gruß Markus

  5. Hallo,
    ich nochmal. Habt Ihr auch ein Bild mit Bad und er neuen Toilette, wo man mal die neuen Verhältnisse sehen kann.

    Danke und Gruß
    Markus

    1. Guten morgen Markus,
      ja, unser Bad ist auch nicht riesig. Deshalb haben wir es vorher mit der Pappschablone getestet, wo die Toilette genügend Platz hätte und wie es mit den langen Beinen meines Freundes klappt und ob wir das Waschbecken noch ohne Einschränkung nutzen können. Ich finde, das lässt sich mit Schablone besser abschätzen, als nur durch reines ausmessen.
      Unser WoMo ist auch erst zwei Jahre, aber der Umbau war die beste Entscheidung.
      Die gewünschten Bilder von der fertig eingebauten Toilette habe ich oben unter dem Fazit eingefügt. Leider ist es sehr schwierig, das kleine Bad optimal zu fotografieren…

  6. Hallo Christa,

    danke. Sieht toll aus. So könnte das bei uns event. auch passen.
    Das Bad sieht aus wie bei einem Adria Colal A 670 SL oder so ähnlich.
    So einen hatten wir mal als Leihfahrzeug. Hatte uns auch ganz gut gefallen.
    Ich denke, ich mache das auch nochmal mir der Schablone.

    Ich hatte mal die original Nature Toilette bei mir hineingehalten. Aber da war so einfach zu eng.
    Da war aber natürlich auch noch die original von jetzt drin. War dann natürlich super eng.
    Gruß Markus

    1. Guten morgen Markus,
      ein gutes Auge, ja wir fahren einen Adria Coral Classic A 670 SL. Ein tolles Gefährt, wenn du mich fragst.

      Wenn du dir die Schablone baust, bedenke auch, dass du nach hinten ein wenig Abstand benötigst. Du musst ja die Schüssel der Nature’s Head etwas hochklappen können, um den Flüssigkeitentank entnehmen zu können.
      Wir haben etwa 5 cm Platz gelassen. Das reicht, um den Behälter zu entnehmen und, wenn der Feststoffbehälter geleert werden muss, um den Toilettensitz aus den Scharnieren zu holen und woanders abzustellen. Wer mehr Platz hat, kann auch mehr Abstand lassen, um den Sitz einfach hoch zu klappen.
      LG Christa

      1. Hallo Christa,

        die Idee mit der Schablone war echt gut. Heute habe ich das mal getestet und siehe da – es könnte wirklich passen.
        Jetzt muss mich noch meine Liebste überzeugen (da hilft schon, dass Du als Frau den Text geschrieben hast 😉 ).

        Noch eine Frage. Habt Ihr Euer WoMo auch mal so 4 Wochen unbenutzt stehen? Leert Ihr dann den Feststofftank oder bleibt einfach alles drin?
        Schaltet Ihr während der Standzeit den Lüfter aus?

        Gruß Markus

        1. Hallo Markus!
          Schön zu hören, dass es bei euch passen könnte. Und wie gesagt, in unserer Familie sind drei Frauen: zwei Erwachsene und eine 12-Jährige. Und wir sind alle begeistert und kommen gut mit der Toilette klar.

          Ja, wir haben unser Wohnmobil durchaus auch mal einige Wochen unbenutzt stehen. Den Feststofftank muss man für die Standzeit nicht leeren. Je länger er unbenutzt stehen bleibt, desto weiter schreiten die Kompostierungsvorgänge voran und desto angenehmer wird die Entleerung. Wird er irgendwann zu trocken, dann stoppt die Kompostierung, was aber auch nicht schlimm ist. Sobald wieder Feuchtigkeit hinzu kommt, geht es weiter. Am besten ist es also eigentlich, man leert ihn erst, wenn er entsprechend voll ist und dann am besten noch, wenn er eine Weile unbenutzt stand. Zum Beispiel nach dem Winter vor der neuen Saison.
          Den Lüfter haben wir derzeit dauerhaft in Betrieb. Wir haben Solarpanels auf dem Dach und von daher macht das bisschen Strom, das er braucht, nichts aus.

          Lieben Gruß und schönes Wochenende
          Christa

  7. Hallo, sehr interessanter Beitrag.
    Was kostet diese Toilette inclusive. Einbau ungefähr?
    Vielen Dank
    Mit freundlichen Grüßen
    Robert

    1. Hallo Robert,
      ui, da fragst du mich was. Die Toilette kannst du z. B. bei Tomtur.de kaufen. Dort stehen auch die Preise für die Modelle. Hier ist der Link zu der Version, wie wir sie eingebaut haben (mit Spider Handle und Extra-Urin-Behänter): https://www.tomtur.de/produkt/natures-head-trenntoilette-mit-spider-handle-und-extra-urin-behaelter/
      Da wir die Toilette selbst eingebaut haben, kann ich dir leider nicht sagen, was diese Leistung bei einem Dienstleister kosten würde. Ist kein Hexenwerk und dauert auch nicht lange, da ja eigentlich nur die Schrauben von den Winkeln eingeschraubt werden müssen. Insofern dürfte das nicht allzu viel kosten.
      Schönen Abend noch
      Christa

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