Klimaanlage Außentemperatur

Die Dometic FreshJet Dachklimaanlage 2200

Spätestens wenn in Deutschland die Temperaturen die 30°C-Marke überschreiten, wird der Gedanke an eine Klimaanlage im Wohnmobil laut. Auch wir hatten uns beim Kauf unseres Wohnmobils dazu verführen lassen, eine Dachklimaanlage zu montieren. Wie unsere Erfahrungen damit sind, kannst du in diesem Artikel lesen.

Der Wunsch: Eine Klimaanlage im Wohnmobil

Es ist Sommer und man freut sich bei den steigenden Temperaturen riesig auf die Ferien im Wohnmobil. Spätestens beim Einräumen des rollenden Zuhauses bekommt der Sommer aber nicht selten einen unangenehmen Beigeschmack: im Wohnmobil herrschen schon jetzt Temperaturen jenseits der 35°C. Das Einräumen der Schränke wird zur Qual. Fenster öffnen hilft nur bedingt, weil man sich ja immer nur kurz am Wohnmobil aufhält.

Und auch später im Urlaub knallt die Sonne unbarmherzig. Man hat leider auf dem Campingplatz nur noch einen halbschattigen oder sonnigen Platz bekommen. Während des Tagesausflugs heizt sich die Kiste auf und später ist es schwierig, die Wärme wieder raus zu bekommen. Eventuell fallen die Temperaturen nachts nur wenig, was das Abkühlen erschwert.

Kennst du das? Bekommst du dabei nicht auch Lust, dir eine Klimaanlage für das Wohnmobil zu kaufen?

Durch unsere vielen Urlaube in Italien kannten wir das nur zu gut. Das war auch der Grund, warum wir uns beim Kauf letztendlich für die Dachklimaanlage Dometic FreshJet 2200* entschieden haben (und weil wir sie mitsamt Einbau zu einem guten Preis bekommen haben).

Technische Daten zur Dometic FreshJet

Maße: (LxBxH): 787 mm x 562 mm x 225 mm
Gewicht: 32 kg
Eingangsspannung: 230V
Eingangsfrequent: 50Hz
Kühlleistung: 2050 W/h
Stromaufnahme bei Kühlbetrieb: 4,1 A
Schutzklasse: IPX4
Max. Raumvolumen des Fahrzeugs: 25m³

Der Einbau der Klimaanlage

Da wir die Klimaanlage nicht selbst eingebaut haben, können wir natürlich zum Einbau selbst keine Aussagen treffen.

Was wir aber sagen können ist, dass man ein waagrechtes Stück Dachfläche braucht. Am besten ist, wenn man die Klimaanlage in den Ausschnitt einer Dachluke einbauen kann. Zwar vermindert man dadurch etwas den Tageslichteinfall, aber man erspart sich das Ausschneiden der Öffnung aus dem Dach. Rund um die Klimaanlage sollte auch etwas Platz sein, damit sie ungehindert Luft ansaugen und abblasen kann.

Bei uns wurde die Anlage im Flur vor der Badezimmertür eingebaut. Damit diese weiter genutzt werden kann, mussten wir sie oben ein Stück absägen lassen. Das Bedien- und Lüftungselement ragt von der Decke etwa 45 mm in den Wohnraum. 

Nach unseren Informationen ist beim Kauf eine Schablone für den Dachausschnitt im Lieferumfang dabei. Wer hiermit keine Erfahrungen hat, sollte sich fachkundige Hilfe holen oder den kompletten Einbau von einer fachkundigen Werkstatt vornehmen lassen. Eine Stromversorgung benötigt die Klimaanlage natürlich auch.

Klimaanlage auf dem Dach
Wegen der Dachschräge über dem Alkoven und der Solarpanels wurde die Klimaanlage über dem Flur vor unserem Badezimmer montiert

Unsere Erfahrungen mit der Klimaanlage Dometic FreshJet 2200

Unser Wohnmobil und somit auch unsere Dometic FreshJet 2200 sind nun bereits 3 Jahre alt. Wir haben damit also schon ein paar Sommertage überstanden und wollen an dieser Stelle eine Aussage dazu treffen.

Unser Nutzungsverhalten der Klimaanlage

Die Klimaanlage wird über 230 V betrieben und hat eine Kühlleistung von über 2000 W. Deshalb sind wir auf Landstrom am Camping- oder Stellplatz angewiesen, wenn wir die Klimaanlage nutzen möchten, da unsere Solaranlage diese Leistung nicht bringen kann.

Wir beziehen allerdings nicht zwangsläufig Landstrom, wenn wir unterwegs sind, weil wir
1. nicht immer auf einem Camping- oder Stellplatz stehen, sondern dank Wasserfilter, Trenntoilette und Solaranlage recht autark reisen können und
2. nur dann Strom von dort beziehen, wenn er im Preis des Platzes enthalten ist.
Das schränkt schon von vornherein die Nutzung unserer Klimaanlage ein.

Aber auch wenn der Strom pauschal in der Platzgebühr mit drin ist, versuchen wir natürlich zuerst die anderen Möglichkeiten auszuschöpfen (Schattenplätze, richtiges Lüftungsverhalten, etc.), bevor wir die Klimaanlage einschalten.

Um die Klimaanlage zu betreiben, sind wir auf Landstrom angewiesen.

Wie gut kühlt die Dometic FreshJet 2200 Dachklimaanlage wirklich?

Wir haben uns für dich mal mit Thermometer und Stoppuhr bewaffnet und unser Empfinden mit Daten gefüttert. Dazu haben wir unser Wohnmobil zuhause schön in der Sonne platziert, am Strom angeschlossen und an einem sommerlichen Tag eine kleine Messreihe begonnen. So haben wir ohne vorheriges Lüften, die Klimaanlage eingeschaltet und nach jeweils 5, 15, 30 und 60 Minuten die Temperaturen an drei verschiedenen Stellen gemessen. Dazu sollte gesagt sein, dass wir das Fahrerhaus nicht abgedunkelt haben, nur die Rollos an den Fenstern des Aufbaus waren geschlossen.

Dies sind die Ergebnisse:

Außentemperatur in der Sonne: 41,0° C
Außentemperatur im Schatten: 22,7° C
Innentemperatur im Wohnbereich vor Einschalten der Klimaanlage: 31,4° C
Innentemperatur Heckbett vor Einschalten der Klimaanlage: 31,1° C
Innentemperatur Alkoven vor Einschalten der Klimaanlage: 35,7° C

Innentemperatur im Wohnbereich der nach 5 Minuten: 31,1° C
Innentemperatur Heckbett nach 5 Minuten: 31,0° C
Innentemperatur Alkoven nach 5 Minuten: 35,5 ° C

Innentemperatur im Wohnbereich der nach 15 Minuten: 28,8° C
Innentemperatur Heckbett nach 15 Minuten: 29,8° C
Innentemperatur Alkoven nach 15 Minuten: 33,5 ° C

Innentemperatur im Wohnbereich der nach 30 Minuten: 27,2° C
Innentemperatur Heckbett nach 30 Minuten: 27,6° C
Innentemperatur Alkoven nach 30 Minuten: 33,6 ° C

Innentemperatur im Wohnbereich der nach 60 Minuten: 26,7° C
Innentemperatur Heckbett nach 60 Minuten: 25,5° C
Innentemperatur Alkoven nach 60 Minuten: 33,1 ° C

Stromverbrauch nach 60 Minuten: ca. 1140 Watt

Bei diesem Test lief die Klimaanlage auf höchster Stufe.

Was sagt uns das Ergebnis über die Klimaanlage?

Die Klimaanlage funktioniert bei unserem 7,5-Meter Wohnmobil relativ gut, wenn wir sie auf höchster Stufe laufen lassen. Da die Luftzirkulation im Alkoven am schlechtesten ist, heizt sich dieser nicht nur am schnellsten auf, er ist auch am schlechtesten wieder abzukühlen. Hinten im Heckbett und durch den Flur bis in den Küchen- und Wohnbereich kann die Luft ebenfalls gut zirkulieren. Hier kühlt die Luft schneller ab.

Läuft die Klimaanlage schon eine Stunde, ist die drückend-heiße Luft im Wohnmobil verschwunden und man kann sich gut und bequem darin aufhalten.

Das persönliche Empfinden

Sobald die Klimaanlage eine Weile gelaufen ist, kommt es einem gleich viel angenehmer vor. Das liegt nicht allein an der gefallenen Temperatur, sondern auch an der gefallenen Luftfeuchte. Generell kommt uns feucht-heiße Luft viel unangenehmer vor, als trockene Luft. Da die Klimaanlage gleichzeitig auch der Luft das Wasser entzieht, wirkt sich das verstärkt auf unser Empfinden aus.

Da wir sehr tagaktiv sind, sind wir tagsüber eher draußen vor dem Wohnmobil als drinnen anzutreffen. Entsprechend nutzen wir die Klimaanlage primär, um abends die heiße Luft aus dem Wohnmobil zu bekommen, damit wir besser schlafen können.

Dazu machen wir die Klimaanlage ca. 2 Stunden vor dem Schlafen gehen an besonders heißen Tagen an. Durch die seitlich ausgerichteten Luftauslässe verteilt sich die kühle Luft im Wohnmobil. Im Alkoven tut sich da aber leider kaum etwas. Hier würde ein zusätzlicher Ventilator sicher helfen.

Zum Schlafen selbst ist uns die Klimaanlage auch im „Schlafmodus“ zu laut. Deshalb wird sie bei uns ausgeschaltet, sobald wir ins Bett gehen. Wenn es dann draußen weiter abkühlt, öffnen wir einfach irgendwann alle Fenster und sorgen so für Durchzug.

Klimaanlage im Wohnmobil
Eine Klimaanlage kann helfen, das Wohnmobil herunterzukühlen. Aber sie sollte nicht das richtige Lüften und abschatten ersetzen.

Denke an die Umwelt

Zuerst sollte man natürlich immer versuchen, ohne Klimaanlage auszukommen bzw. deren Nutzung richtig vorzubereiten, um das Ergebnis zu optimieren. Dazu zählt die richtige Standplatzwahl möglichst im Schatten. Dies ist aber leider nicht immer gegeben, trotzdem lohnt es sich, danach Ausschau zu halten, wo die Sonne zur Mittagszeit steht und wo man sich deshalb am Besten platziert. Auch die Windrichtung kann entscheidend sein, denn ein frisches Windchen im Wohnmobil macht die Hitze etwas erträglicher und sorgt beim Lüften für einen besseren Luftaustausch.

Scheint tagsüber die Sonne, ist es wichtig, die Fenster als größte Schwachstelle in der Isolierung zu verdunkeln. Die Scheiben im Fahrerhaus dürfen dabei auf keinen Fall vergessen werden, denn an dieser Stelle heizt sich das Wohnmobil besonders gut auf. Also immer dran denken, wenn möglich, die Rollos der Front- und Seitenscheiben der Fahrerkabine zu schließen oder die Fenster mit Tüchern abzuhängen. Auch alle anderen Fenster, die von der Sonne beschienen werden, sollten verdunkelt werden. Je nach Modell ist aber darauf zu achten, dass die Rollos nicht komplett geschlossen werden, damit die Luft noch zirkulieren kann.

Wenn man eine Markise hat, hilft diese auch, das Wohnmobil zumindest zum Teil mit Schatten zu versorgen.

Auch das richtige Lüften ist enorm wichtig. Es empfiehlt sich, sobald die Sonne verschwunden ist, alle Fenster und vor allem die Dachluken im Wohnmobil zu öffnen und auch die Aufbautür offen zu lassen, damit ordentlich Durchzug entsteht und die abgestandene heiße Luft schnell entweichen kann. Nachts lassen wir gerne die Dachluken offen, damit weiterhin kühle Luft ins Wohnmobil strömen kann.

Fazit –
oder warum wir uns (nicht) nochmal für eine Klimaanlage im Wohnmobil entscheiden würden

Die Dachklimaanlage Dometic FreshJet 2200 funktioniert und tut, was sie soll: sie kühlt.

Letztendlich nutzen wir die Klimaanlage aber aufgrund mehrerer Faktoren nur selten. Diese sind:

  • wir sind relativ autark unterwegs und stehen auch mal frei. Selbst auf Camping- und Stellplätzen nutzen wir den Landstrom aber auch nur, wenn er im Preis enthalten ist.
  • Die Klimaanlage ist relativ laut, sodass wir sie Nachts nicht laufen lassen können, selbst wenn wir wollten. Deshalb und aus Umweltschutzgründen ist für uns eine gute Urlaubsplanung (z. B. im Sommer in die Berge, wo es Nachts noch gut abkühlt), die richtige Standplatzwahl und richtiges Lüftungs- und Abdunklungsverhalten weiterhin von oberster Priorität und die Klimaanlage nur die Notfalllösung.

Wer einen festen Schlaf hat und sich durch das Brummen nicht gestört fühlt, bekommt sicher ein schönes kühles Wohnmobil und kann auch nachts schlafen, wenn sie läuft.

Im Alkoven ist die Wirkung der Klimaanlage ohne zusätzlichen Ventilator sehr gering, wenn man sie nicht direkt im Alkoven oder davor installieren kann.

Wir haben die Klimaanlage jetzt in unserem Adria installiert, aber wir sind nicht sicher, ob wir das wieder tun würden. All die Jahre zuvor haben wir es auch ohne ausgehalten. Tagsüber beschäftigt man sich im Urlaub ja sowieso draußen und Nachts, wo wir sie wirklich gebrauchen könnten, ist sie uns einfach zu laut. Manchmal ist sie ein „nice to have“, aber keine Dauerlösung bei Hitze. Dann flüchten wir lieber in die Berge, zum Beispiel nach Briançon, wo es nachts einfach von Natur aus kühler ist.

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