Das Air-Lift Hebekissen von EMUK

Im Bericht Auffahrkeile für das Wohnmobil habe ich bereits über unsere Erfahrungen mit verschiedenen Auffahrkeilen gesprochen. So gut der eine oder andere Auffahrkeil jedoch sein mag, eine Schwäche haben sie alle gemeinsam: eine bestimmte Steigung, die das Wohnmobil erklimmen muss. Außerdem benötigen alle Keile einen einigermaßen ebenen Untergrund. EMUK hat da eine etwas andere Art Auffahrkeil entwickelt.

Der Air-Lift von EMUK

Dieses Hebekissen ist benzin- öl- und säurefest und ersetzt den klassischen Auffahrkeil. Zum Nivellieren wird der Air-Lift einfach mit dem Ventil nach außen vor den Reifen gelegt, anschließend kann man bequem auf das ca. 2 cm flache Kissen fahren. Man braucht keine Angst mehr zu haben, den Keil zu überfahren und kann auch auf engem Raum langsam und leicht auf die Kissen fahren. Man muss einzig darauf achten, dass das Ventil nicht über- oder angefahren wird.

Steht das Wohnmobil oder der Wohnwagen auf dem Air-Lift, wird ein Kompressor, eine Hand- oder eine Fußpumpe an das Autoventil angeschlossen und das Kissen aufgepumpt.

Klingt einfach? Ist es auch.

Technische Daten des Air-Lift

Der Hersteller liefert uns folgende Daten:

Maße: 45 cm x 46 cm x 2 cm (plus Autoventil)
Gewicht: 3,6 kg
Tragkraft: 11 t bei 6 bar
Max. Höhe: 20 cm

Drucktest geprüft: 48 h bei 5 bar
Temperatureinsatz: -20°C bis +60°C

Der Gummi-Druckkörper des Air-Lift von EMUK wird durch hochfeste Aramidfasern verstärkt und durch pulverbeschichtete Aluminiumleisten stabilisiert.

Die dicke Gummihaut sorgt für ausreichenden Schutz gegen Steine, Geröll und Scherben.

Du hast Zwillingsräder?

Kein Problem. Auf Kundenwunsch gibt es den Air-Lift auch in breiterer Ausführung für Zwillingsbereifung. Dann hat das Kissen eine Breite von 70 cm statt der regulären 45 cm.

Der Daten-Vergleich mit dem flat-jack

Auch flat-jack hat ein Hebekissen für Wohnmobile auf dem Markt. Wir haben uns natürlich den Air-Lift vor dem Kauf auf einer Messe angeschaut und auch mit dem flat-jack camper plus verglichen. Das Auffahrkissen von EMUK liegt dabei deutlich weiter vorn im Rennen.

Der flat-jack hat laut Herstellerangaben einen Betriebsdruck von maximal 1,5 bar und einen maximalen Höhenausgleich von 12 cm. Außerdem ist die Camper-Ausführung des flat-jack nur für Fahrzeuge bis 7,5 t Gesamtgewicht zugelassen. Vor dem Einsatz des flat-jack müssen zudem Steine und scharfe Gegenstände entfernt werden. Das ist bei dem Air-Lift von EMUK nicht nötig.

Auch der erste physikalische Eindruck ist beim Air-Lift deutlich besser als beim Flat-Jack. Er wirkt um Längen robuster – dafür ist er aber auch schwerer.

Der Air-Lift im Test

Als das Päckchen mit den beiden bestellten Hebekissen bei uns eintraf, konnten wir es kaum abwarten, sie auszuprobieren.

Im Lieferumfang waren neben den beiden Kissen auch ein Ablassventil, das zum Entleeren auf das Autoventil aufgeschraubt wird sowie ein Stoffsack, in dem beide Kissen verstaut werden können.

In diesem Video siehst du, wie einfach der Air-Lift zu handhaben ist.

Die Details zum Test

Hier ein paar gemessene Fakten aus dem Test an der Hinterachse (Achslast etwa 2,3 t):

Vor dem Aufpumpen der Hebekissen:
Bodenfreiheit am unteren Ende des Radkastens zum Boden: 42,5 cm
Höhe des Air-Lift: 2 cm

Nach dem Aufpumpen auf 3,5 bar:
Bodenfreiheit am unteren Ende des Radkastens zum Boden: 53,0 cm
Höhe des Air-Lift: 16 cm
Dauer zum Aufpumpen mit Kompressor und 11 bar Ausgleichsbehälter: 25 Sekunden
(Je nach Art und Ausführung des Kompressors/Druckluftanlage kann das Aufpumpen zwischen 20 Sekunden und 4 Minuten dauern.)
Dauer zum Aufpumpen mit Luftpumpe: 3 Minuten 30 Sekunden

Anschließend haben wir mit dem Kompressor nochmal auf die maximalen 6 bar erhöht und konnten folgende Maße nehmen:
Bodenfreiheit am unteren Ende des Radkastens zum Boden: 54,5 cm
Höhe des Air-Lift: 18,5 cm

Woher kommen diese Messwerte?

Wenn du dich jetzt fragst, wie es sein kann, dass sich das Auffahrkissen um 16 cm erhöht und sich der Bodenabstand am Radkasten nur um 10,5 cm hebt, dann liegt das nicht an einem Tippfehler meinerseits, sondern an den Federn, die durch das Anheben ein wenig eingefedert werden.

Das passiert übrigens auch bei den herkömmlichen Auffahrkeilen. So haben wir bei unserem Fiamma Level Up Jumbo ebenfalls nachgemessen:
Der Keil ist insgesamt 11,5 cm hoch.
Beim Auffahren hebt sich das Wohnmobil unter den gleichen Bedingungen am Ende des Radkastens nur um 7,5 cm.

Zurück zur Ausgangssituation

Möchte man weiterfahren, dann muss das Mobil oder der Wohnwagen natürlich wieder auf den Boden der Tatsachen zurück kommen. Das geht ebenfalls einfach: Man schraubt das mitgelieferte Ablassventil auf das Autoventil und drückt solange auf den Knopf, bis die Luft entwichen ist. Anschließend fährt man von den Hebekissen runter und kann sie wieder im Gepäck verstauen.

Unser Fazit bisher 

Die Vorteile des Air-Lift liegen klar auf der Hand: Man kann die Kissen stufenlos auf jede erwünschte Höhe einstellen. Außerdem ist es viel leichter, einen passenden Untergrund für die Hebekissen zu finden, weil auch größere Kiesel, Steine oder Scherben dem Kissen nichts anhaben. Das ist bei einem klassischen Auffahrkeil anders. Dieser wackelt bei größeren Unebenheiten und kann dann beim Befahren beschädigt werden.

Auch hat uns die enorme Tragkraft von 11 Tonnen beeindruckt. Da kann kaum ein Keil mithalten und auch der Flat-Jack kann spätestens bei diesen Werten einpacken.

Das Riffelprofil bietet dem Reifen Halt und man bekommt nicht das Gefühl, dass der Reifen wegrutschen könnte. Auch die Möglichkeit, breitere Kissen für Wohnmobile mit Doppelbereifung zu bekommen finde ich super.

Das Auffahren auf die Kissen ist deutlich einfacher, da das Wohnmobil keine Steigung überwinden muss. Selbst ein Überfahren ist nicht weiter tragisch. Und wenn man sich mit dem Luftdruck verschätzt hat und das Wasser in der Spüle doch nicht abfließt, kann man jederzeit problemlos Luft (und damit auch Höhe) dazugeben oder wegnehmen.

Der Hersteller gibt an, dass man das Kissen auf 20 cm anheben kann. Bei einem maximalen Fülldruck von 6 bar haben wir es allerdings nur auf 18,5 cm geschafft. Das könnte aber auch an den Umständen liegen, unter denen ich gemessen habe. Und auch mit nur 18,5 cm haben wir mehr Spielraum, als wir mit unseren Keile bisher hatten.

Wo bekomme ich den Air-Lift zu kaufen?

Den Air-Lift von EMUK kannst du bequem zum aktuellen Preis online bestellen.

Zum Beispiel hier bei Reimo: Link*

Das „Aber“ im Bericht

Es gibt noch ein kleines „Aber“ zu erwähnen: Bisher haben wir noch keine Langzeiterfahrungen mit dem Air-Lift gesammelt und können noch nichts dazu aussagen, wie sich das Kissen auf Dauer schlägt. Auch zum Thema Wank-Stabilität im Vergleich zu den Keilen können wir noch keine richtige Aussage treffen. Deshalb wird nach den Osterferien an dieser Stelle nochmal ein Update erscheinen, bei dem wir auf diese Punkte eingehen können.

Update (25.04.2017)

Mittlerweile hatten wir die Kissen mehrmals im Einsatz und sind immernoch begeistert. Wir hatten sie vorne unter den Vorderrädern auf einem schiefen Campingplatz und mit heruntergelassenen Stützen am Heck war keine Veränderung im Wankverhalten festzustellen. Das Wohnmobil verhielt sich so, wie wir es mit den Auffahrkeilen gewohnt waren. Auch hinten hatten wir sie bereits genutzt. Dabei nicht voll aufgepumpt und ohne Stützen. Zwar wankte es dabei ein klein wenig mehr, als ohne, aber es war nicht störend.

Es macht immer noch riesig Spaß, die Kissen hinzulegen, egal wie viele spitze Kiesel unten drunter liegen, drauf zu fahren und mit dem Druckluftschlauch das Wohnmobil anzuheben.

 

Hast du auch ein Hebekissen zum Nivellieren im Einsatz? Wie sind deine Erfahrungen damit? 

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