BlidimaX Thermomatten

BlidimaX® Thermomatten – mehr als nur ein Sichtschutz?

Es wird Sommer. Die Vögel singen, die Sonne lacht. Und das Führerhaus unseres Wohnmobils wird zur Biosauna. Abhilfe sollen nun Thermomatten an den Fenstern schaffen. Welche, und ob sie wirklich helfen, erfährst du hier.

Hitzeschutz ohne Klimaanlage – BlidimaX® Thermomatten

Unser Expeditionsmobil ist zweifelsfrei ein tolles Fahrzeug. Wir können zu fünft bequem darin reisen und die großen Fenster garantieren eine tolle Aussicht zu allen Seiten. Doch das hat nicht nur Vorteile. Jetzt im Sommer heizt sich das Fahrerhaus durch die großen Fenster sehr schnell auf. Bei der kleinsten Sonneneinstrahlung und Außentemperaturen über 20 Grad mag man sich schon gar nicht mehr darin aufhalten.

Was tun gegen die Hitze?

Zuerst dachten wir an eine Klimaanlage. Klimatisierte Luft beim Autofahren kennen wir mittlerweile alle und wissen wir alle zu schätzen. Wer hat heute noch ein Auto ohne Klimaanlage? Unser LKW ist dafür aber zu alt. Also bliebe uns die Möglichkeit, eine Klimaanlage nachzurüsten.

Aber wohin mit dem Gerät? Im Fahrerhaus brauchen wir den vorhandenen Stauraum. Allein den Platz für die Standheizung herzugeben, schmerzte uns. Also muss sie in den Motorraum unter der Kabine. Der Motorraum ist riesig. Sein Innenleben aber auch. Besonders viele Möglichkeiten tun sich uns da trotzdem nicht auf. Auch zieht eine Klimaanlage ordentlich Strom. Was also tun?

Thermomatten zur Isolierung

Bleibt also nur ein altbekanntes Mittel: Thermomatten für die Fenster (die ja die Hauptverursacher der rasanten Hitzeentwicklung sind).

Wer kennt sie nicht, diese hässlichen silbernen Matten, die man auf die Scheibe patscht? Entweder von außen und mittels Gummi und mithilfe der Scheibenwischer festgeklemmt oder von innen mit Saugnäpfen befestigt. Ihre silberne Beschichtung reflektiert die Sonnenstrahlen und eine dünne Isolierschicht tut den Rest.

Der erste Versuch: Standardware für LKW

Versuch mal für etwas anderes als einen PKW oder einen der gängigen Reisemobiltypen eine adäquate Isoliermatte zu finden. Gar nicht so einfach

Der erste Versuch mit einer Standardmatte für LKW ging voll in die Hose. Wir hatten diese Matte letztes Jahr in Polen dabei. Das Teil wurde von außen Befestigt (was bei einer Scheibe, die in 1,9 m Höhe anfängt, nicht einfach ist) und blieb nie wirklich lange an Ort und Stelle. Ein Hauch von Wind und schon war das halbe Fenster wieder freigelegt. Und auch die Seitenscheiben waren weiterhin zum größten Teil ungeschützt.

Die Standard-Thermomatte für LKW - ein totaler Reinfall
Die Standard-Thermomatte für LKW – ein totaler Reinfall

Nach wenigen Wochen des Reisens waren die Seiten, an denen die Gummis befestigt waren, schon ausgerissen.

Irgendwie befriedigte uns das alles nicht.

Neue Überlegung: individueller Zuschnitt

Diverse Anbieter bieten Thermomatten zum selbstständigen Zuschneiden* an. Das ist schon mal gut, allerdings sind die Matten nur ca. 3 – 3,5 m lang. Bei knapp 2 m Frontscheibe bleibt auch hier kaum etwas übrig, um die vier großen Seitenscheiben zu bedecken. Dafür ist der Preis gut und man kann sich getrost zwei Matten bestellen. Die Saugnäpfe müssen selbst angebracht werden und etwas Nähen sollte man bei den meisten Anbietern auch können, um die Ränder ordentlich zu verarbeiten.

Wer sagt aber, dass das am Ende auch alles wirklich gut funktioniert?

Silber ist ganz nebenbei zwar wirkungsvoll, aber dafür auch endlos hässlich und weithin sichtbar. Wir wollen ja nicht schon von einem Kilometer Entfernung aus dem Wald herausblinken wie ein Weihnachtsbaum.

Die Allrad-Messe als Ideenlieferant

Wir schauen uns weiter um. Auf der Abenteuer und Allrad Messe in Bad Kissingen klappern wir ebenfalls einige Stände ab. Auf der Messe sprechen wir auch mit Herrn Börner von der Blickdicht Manufaktur GmbH. Dort dürfen wir zuerst in ein Mobil steigen, das ebenfalls nicht nur große Fenster hat, sondern auch schon den ganzen Tag in der Sonne steht. Klar, es ist warm drinnen, aber nichts im Vergleich zu unserem Ben.

Und das Beste: die BlidimaX® black Fenstermatten sind SCHWARZ.

Geil.

Die Blickdicht Manufaktur macht Thermomatten für Fahrzeuge in Maßanfertigung. Das Ganze wird in Deutschland hergestellt und kostet dementsprechend auch ein paar Euro mehr als asiatische Kinderarbeit.

Wir fassen das Material an – es fühlt sich besser an als die meisten anderen Matten. Wir zoppeln an den Saugnäpfen – verdammt, die sitzen echt bombenfest. Angeblich schon seit Tagen. Wow. Nix mit hässlichen silbernen Funkelmatten. Nix mit abfallenden Saugnäpfen. Nix mit Knisterfolie. Die Matten fühlen sich echt gut an (und knistern nur ein bisschen).

Wie geht das denn?

Das Geheimnis der BlidimaX® Thermomatten

Die Gründer der Blickdicht Manufaktur und die Erfinder der BlidimaX® Thermomatten sind selbst leidenschaftliche Offroad-Camper. Und sie waren früher selbst nie zufrieden mit den erhältlichen Thermomatten (Optik, Hapik oder Qualität – irgendwas war immer minderwertig). Also fingen sie an, das Thema selbst in die Hand zu nehmen. 

Herausgekommen ist dabei eine Thermomatte, die aus insgesamt acht speziellen Schichten hergestellt wird. Darunter gewebeverstärkte Aluverbundfolie, Vliese und diverse Schäume. Ein Spezialhersteller für technisches Gewebe liefert den schwarzen Stoff für die BlidimaX® black Thermomatten, die uns so gut gefallen. Trotz der schwarzen Farbe hat haben die BlidimaX® black kaum Einbußen in Sachen Isolierung und UV-Schutz In Kombination helfen die Einzelteile der Thermomatte gegen die Aufheizung durch Sonneneinstrahlung, wirken aber auch Isolierend bei Kälte.

Laut Herstellerangaben sind die Thermomatten besonders formbeständig und verziehen sich auch nicht. Die Fenstermatten sind funktional, robust, abrieb- sowie scheuerfest und ziehen keine Fäden.

Die Ösen und Ringe sind aus rostfreiem Edelstahl (v2A) gefertigt.

Alle Matten werden auf Maß angefertigt und passen somit perfekt auf jedes Fenster – egal, wie individuell es gestaltet ist. Damit sorgen sie ganz nebenbei auch (wie der Name schon sagt) für einen absolut blickdichten und wohnlichen Innenraum.

Das „Doing“ der Maßanfertigung

Wir sind überzeugt. Wir wollen bestellen. Wie geht es weiter?

Jede Matte wird eigens für den Kunden angefertigt. Auf der Webseite sollte man zuerst nachschauen, ob das eigene Fahrzeug schon gelistet ist. Dann ist der Bestellvorgang natürlich einfach, weil die Maße der Fenster schon vorliegen und nur noch eventuelle Besonderheiten (bestimmte Positionen der Saugnäpfe, etc) geklärt werden müssen. Bei uns war das teilweise der Fall, da Frontscheibe und die Türen der ersten Sitzreihe baugleich mit denen des Steyr 12M18 sind und dieser schon gelistet war. Aber unser Steyr 12S21 wurde als Doppelkabine, so wie wir ihn haben, nur vier Mal gebaut, also liegen die Maße der zweiten Sitzreihe nicht vor. Wir müssen hier selbst Maß nehmen.

Wir bekommen deshalb Folie und Stift in die Hand gedrückt, sowie Klebepunkte, mit denen wir die Folie fixieren sollen. Abseits der Messen bekommt man diese Folie und die Fixierpunkte bei Bedarf zugeschickt.

Dann fixiert man einfach die Folie am Fenster und malt mit dem Stift die Konturen nach. Das vermeidet Messfehler und sorgt dafür, dass die Thermomatte am Ende genau die gleichen Ecken, Rundungen etc. hat, wie das eigene Fenster. Und kinderleicht ist es auch. Sollte es Stellen geben, an denen kein Saugnapf hin soll, markiert man diese Stellen einfach.

Fertig gemalt wird das Ganze mit den Bestelldetails wieder an die Blickdicht Manufaktur weitergeleitet und diese fertigen dann das Produkt.

Getestet und für gut befunden

Unsere Thermomatten kamen zusammen mit einem Sack für die Aufbewahrung per Paketdienst nach Hause.

Beim ersten Versuch, die Matten an die Scheibe zu bringen, bestätigt sich wieder, dass die Saugkraft der Saugnäpfe auch hier richtig gut ist. Einmal festgedrückt, halten sie bombenfest.

Die Matten passen perfekt an unsere Scheiben und wenn alle Matten befestigt sind, ist es im Mobil wirklich fast komplett dunkel. Selbst in der Mittagssonne. Nur an der einen oder anderen Stelle lugt tatsächlich noch etwas Licht hindurch.

Der Innenraum ist blickdicht und die Sonnenstrahlen bleiben draußen.

Strahlt die Sonne ordentlich auf das Mobil und schiebt man eine Hand zwischen Scheibe und Thermomatte, merkt man, wie krass der Unterschied ist und welche „Arbeit“ die Matten leisten.

Gefühlt ist es im Wohnmobil mit den Thermomatten mehr als deutlich kühler, als zuvor. Klar, bei 30 Grad Außentemperatur schaffen wir keine 20 Grad Innentemperatur, aber immerhin sind es auch keine 45 Grad mehr.

Temperaturvergleich: Die Zahlen sprechen für sich

Um unserem Gefühl etwas mehr Gewicht zu verleihen, habe ich an zwei aufeinanderfolgenden sonnigen Tagen mit nahezu gleichen Außentemperaturen die Innentemperaturen an verschiedenen Stellen gemessen.

Randbedingung an beiden Tagen: Sonne, ca. 29°C im Schatten (und im absoluten Windschatten)
Uhrzeit: Ca. 14:30 Uhr.

Zuerst hinten in unserer Wohnkabine. Alle Fensterrollos sind zu, die Tür auch. Dort zeigte das Thermometer 29,7 Grad an. Also dank guter Isolierung etwa die gleiche Temperatur wie außen.

Fahrerhaus vorne: 40°C. Beim Einsteigen presst sich direkt das Wasser aus all meinen Poren. Nix wie raus hier.

Nächster Tag. Wieder ca. 29° Außentemperatur. Diesmal habe ich gleich morgens früh die BlidimaX® Thermomatten angebracht.

Wohnkabine: fast die gleichen Temperaturverhältnisse.

Fahrerhaus: Oha! wir haben die Temperatur um fast 10°C gesenkt mit den Matten. Klar, 31° C sind immer noch warm. Aber halt auch keine 40°C mehr. Und das mit schicken schwarzen Matten, die von ein paar Meter Entfernung kaum auffallen. Wir sind zufrieden mit dem Ergebnis, denn auch das Gefühl einzusteigen ist plötzlich ein ganz anderes.

Thermomatten sind keine Klimaanlage!

Klar, Thermomatten sind kein völliger Ersatz für eine Klimaanlage und dass es über kurz oder lang auch in einem Wohnmobil 30 °C oder etwas mehr werden, wenn die Außentemperatur bei 30 °C liegt, sollte jedem klar sein. Auch hier gilt: bevorzugt im Schatten zu parken und Abends gut durchlüften, wenn es abkühlt.

Aber dass die Innentemperatur nur langsam ansteigt und mit der Außentemperatur bis am Nachmittag etwa gleich ist, ist schon mal ein großer Gewinn für uns.

Klar sollte immer sein: wer keine 30 °C mag, der sollte eben im Sommer über einen Urlaub im Norden oder in den Bergen nachdenken.

Jedes Modell ein Unikat

Für mehr Individualität sorgt nicht nur die spezielle Maßanfertigung, sondern auch die vielen erhältlichen Farben:

  • Die Thermomatten können in 8 verschiedenen Stofffarben gewählt werden: Schwarz, Indigoblau, Weinrot, Lichtgrau, Sand und neu Dunkelgrün, Apfelgrün und Dunkelgrau
  • Die Saugnäpfe sind in 7 Farben erhältlich: Transparent, Schwarz, Orange, Rot, Kobaltblau, Lichtgrau und Hellgrün. Die farbigen Saugnäpfe sind durchgefärbt. Hier geht also nicht irgendwann die Farbe ab.
  • Das Einfassband ist sogar in 10 verschiedenen Farben erhältlich: Schwarz, Orange, Lichtgrau, Marineblau, Kiwi, Tannengrün, Bordeauxrot, Kobaltblau, Schlammgrau und Rot

Fazit

Um mal wieder meine Sternchen auszugraben: Von uns gibt es für die BlidimaX® Black Thermomatten vorerst 5 Sterne. Vorerst deshalb, weil die Matten noch nicht lange im Einsatz sind und wir deshalb über die Robustheit noch nicht viel sagen können.

Sie tun ihren Job und halten die Sonne draußen. Das Mobil heizt sich in der Sonne lange nicht mehr so stark auf als ohne die Thermomatten und es ist spürbar länger kühl im Innenraum.

Jede Matte ist individuell gefertigt und passt daher perfekt auf das eigene Mobil. Maß nehmen und bestellen ist nicht schwer.

Die Verarbeitung scheint durchweg gut zu sein. Einmal richtig angedrückt halten die Saugnäpfe sehr gut an den Scheiben, die Ränder sind schön vernäht und das Material fasst sich gut und stabil an.

Die Matten der Black Edition sind schwarz und fallen somit nicht so stark von außen auf.

Von Vorteil ist auch, dass die Thermomatten isolierend wirken. So können wir sie an kalten Tagen nutzen, um unseren Innenraum mit der Standheizung effektiver aufzuheizen und vor allem, damit in der Nacht nicht sämtliche Scheiben beschlagen.

Ein Beutel zum Verstauen der Matten während der Fahrt wurde ebenfalls mitgeliefert.

Natürlich ist der Preis hoch, doch für das Ergebnis passt es wieder, finden wir.

Wie robust sie wirklich sind, muss sich jetzt noch herausstellen.

Hast du auch Thermomatten im Einsatz? Oder doch lieber gleich eine Klimaanlage? Bist du zufrieden mit deinem Produkt? Schreib uns doch mal in die Kommentare. 

 

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*