Material Inline-Filterbau

Sicheres und sauberes Wasser im Wohnmobil dank Wasserfilter

In meinem letzten Bericht ging ich auf das Thema Trinkwasser im Wohnmobil ein. Bisher nutzten wir immer Silberionen zur Wasserkonservierung. Doch diese helfen leider nicht gegen Schwebstoffe, die wir uns beim Befüllen öfter mal eingefangen hatten und die das System verunreinigten. Auch desinfizieren Silberionen nicht, sondern machen Trinkwasser nur länger haltbar. Um aus unsicherem Wasser Trinkwasser zu machen, benötigt man also andere Mittel. 

Ein Wasserfilter für sicheres und sauberes Wasser. Jederzeit.

Wir waren es satt, uns immer mal „schmutziges“ Wasser im Wohnmobil einzufangen. Seien es Schwebstoffe aus korrodierten Leitungen oder nach Chlor riechendes Wasser, das man nicht einmal zum Duschen haben möchte. Damit sollte nun Schluss sein. Deshalb suchten wir nach dem passenden Wasserfilter und bauten uns ein Filtersystem zum Befüllen des Wohnmobils.

Die Vorplanung

Bevor man einen Wasserfilter bzw. ein Filtersystem kauft oder selbst zusammenbaut, muss man sich zuerst ein paar Fragen stellen: Für welchen Zweck will man einen Wasserfilter haben? Wie und wo möchte man ihn einsetzen? Ist er ständig in Gebrauch oder nur ab und zu? Das wirkt sich auf die Art des Filters und des Filtersystems aus.

Im Bericht Trinkwasser im Wohnmobil ging ich bereits auf die verschiedenen Filtertypen ein. Danach hat man schon einmal eine Vorstellung, welchen Wasserfilter man benötigt (Keramik, Hohlfasermembran, Kohle). Ist man sich unsicher, sollte man nicht zögern, Rücksprache mit einer fachkundigen Person zu halten.

Auch über die Art des Einbaus sollte man sich Gedanken machen. Habe ich einen Befüllungsfilter (Inlinefilter), halte ich Schwebstoffe und Bakterien fern, bevor sie im Tank landen. Steht das Wasser aber eine lange Zeit ungenutzt im Tank, kann es passieren, dass sich wieder Keime bilden. Um dem entgegen zu wirken, muss man eventuell doch auf zusätzliche Mittel, wie zum Beispiel Micropur*, zurückgreifen, um das zuvor entkeimte und saubere Trinkwasser zu konservieren.

Nutze ich einen Einbaufilter, der meiner Entnahmearmatur vorgeschaltet ist, wird das Wasser erst bei Entnahme gefiltert. Es ist also immer sauber und sicher, selbst wenn es lange im Tank stand und dort verkeimt sein sollte. Dafür kann es aber passieren, dass sich ein unschöner Belag aus verschiedenen Stoffen im Tank bildet und auch das Leitungssystem bis  an den Wasserfilter verkeimt. Fällt dann der Filter aus irgendwelchen Gründen aus (keine Ersatzkartusche, Defekt, etc.), kann man seinen Tank bis zur Reaktivierung des Filters oder bis nach einer kompletten Reinigung und Desinfektion nicht nutzen.

Jede Bauart hat also ihre Vor- und Nachteile.

Für welchen Filter haben wir uns entschieden? Und warum?

Wir nutzen das Wohnmobil für die Ferien und Wochenenden. Wir sind damit in ganz Europa oder Marokko unterwegs. Während unserer Reisen, hat das Wasser einen hohen Durchsatz und muss spätestens nach 3-4 Tagen aufgefüllt werden. 

In der Vergangenheit hatten wir auch Bekanntschaft mit Schwebstoffen oder Chlor im Wasser gemacht. Die Tankreinigung danach war aufwendig und das wollen wir in Zukunft umgehen. Auch die richtige Dosierung des Micropur empfanden wir als schwierig, wenn der Tank nur aufgefüllt wurde, bevor er wirklich leer war. 

Manchmal wissen auch nicht genau, ob das, was in anderen Ländern aus dem Hahn kommt, wirklich Trinkwasserqualität hat. Also brauchen wir einen Filter, der sowohl Schwebstoffe, Mikroorganismen, als auch Chlor fern hält. Die Idee, im Notfall auch mal Oberflächenwasser nutzen zu können, gefiel uns auch gut. Das wollten wir zukünftig auch gerne als Alternativlösung dabei haben.

Wir unterhielten uns mit einigen Herstellern und Händlern und kamen zu dem Schluss, dass wir ein möglichst variables Inline-Filtersystem möchten, ähnlich dem water-jack fresh tiny von famous water. Das hält den Schmutz aus unserem Tank fern und solange wir unterwegs sind, ist durch den hohen Durchsatz keine zusätzliche Konservierung nötig. Allerdings wollten wir auf jeden Fall zwei parallele Kombifilter, um die Durchflussmenge zu erhöhen.

Warum Eigenbau und kein fertiges System?

Der water-jack fresh tiny ist ein tolles System – keine Frage. Aber wir sind handwerklich geschickt und hatten eine passende Kiste im Keller stehen. Mit einem Eigenbau haben wir also durch günstigen Materialeinkauf (zum Beispiel durch Verwendung von Gardena-Anschlüssen und einer Noname-Kiste) viel Geld (etwa 500€) gespart.

Kiste für den Filter
Eine passende und stabile Kiste für den Filter hatten wir noch zuhause.

Eigenbau Inline-Wasserfilteranlage: So geht es

Um unseren Inline-Wasserfilter zu bauen, haben wir folgende Komponenten gebraucht:

Material Inline-Filterbau
Die ersten Lieferungen sind angekommen und bis auf Kabel und Schalter für die Druckwasserpumpe und das Brett ist alles komplett. Später haben wir uns auch entschieden, zwei normale Gardena Schlauchanschlüsse gegen Wasserstop-Anschlüsse zu tauschen.

Der Zusammenbau

Sind alle Teile besorgt, kann der Zusammenbau beginnen.

Material
Die Gardena Schlauchanschlüsse gibt es auch als Wasserstop-Anschlüsse, die ein Auslaufen des Schlauches oder Filters verhindern. Wir haben beide Varianten an unserer Inline-Filteranlage verbaut.

Der Halter für die Filterelemente

Damit die Filterelemente aufrecht und sicher stehen, während das Wohnmobil befüllt wird, haben wir mit einer Bohrkrone zwei 73mm-Löcher nebeneinander in die Multiplexplatte gebohrt. Die Platte ist so lang, dass sie aus der Kiste herausgenommen werden kann und über der kurzen Seite der Kiste sauber aufliegt.

Die Löcher haben wir in der Mitte der Platte gebohrt. So ist auf der Seite noch genügend Platz für die Druckwasserpumpe.

Die Wasserfilter zusammenschließen

Nachdem der „Ständer“ für die Wasserfilter fertig ist, werden sie zusammengeschlossen. Dazu wird zuerst auf das Gewinde der Schlauchtüllen etwas Teflonband zum Abdichten gewickelt und diese in das Filtergehäuse geschraubt.

Auf die V4A-Schlauchtüllen am Filter kommt jeweils ein Stück Schlauch. Damit das ganze System später in unsere Kiste passt, haben wir etwa 10 cm pro Filterseite bemessen.

Wir wollen zwei parallele Wasserfilter haben, also muss der Schlauch mittels Y-Schlauchverbinder in zwei Stränge getrennt und nach dem Filter wieder zusammengeschlossen werden. Die Y-Schlauchverbinder werden eingesteckt und mit Schlauchschellen befestigt.

Als nächstes haben wir an den offenen Enden der Y-Verbinder weitere Schlauchstücke mittels Schlauchschellen befestigt, an deren Enden jeweils ein Gardena Schlauchverbinder sitzt. So können wir schnell und unkompliziert die Schläuche durch Kupplungsstücke verbinden und wieder trennen. 

Vom Schlauch wird nun ein weiteres Stück abgetrennt und mit einem Gardena Schlauchanschluss versehen. Das Schlauchstück sollte mindestens der Länge vom Filter zum Tankstutzen des Wohnmobils entsprechen. Mit einem Kupplungsstück kann es jetzt für den Befüllvorgang am Filtersystem angeschlossen werden.

Die Pumpe zum Ansaugen von Oberflächenwasser anbringen

Im Anschluss wird die Pumpe angebracht, die es uns ermöglicht, Oberflächenwasser (aus Flüssen oder Seen) zu entnehmen. Wir haben zur Pumpe das passende Pumpenschutzsieb gekauft. Das Sieb hält die groben Schmutzpartikel fern und schützt so nicht nur die Pumpe, sondern auch die Filtereinheit, die sich sonst viel schneller zusetzen würde.

Die Pumpe benötigt ebenfalls ein passendes Schlauchstück, um an die Kupplung am Filter angesteckt zu werden.

Sind alle Schläuche von der Pumpe zum Filter passend, muss die Pumpe elektrisch angeschlossen bzw. verkabelt werden und einen 12V-Stecker, eine 10-Ampere-Sicherung und einen Schalter bekommen. Wir haben ein 7,5 Meter langes Kabel gewählt, um einen gewissen Spielraum im Aufstellen des Filters haben. Hier ist auf den passenden Durchmesser zu achten.

Möchte man Wasser aus einem Druckleitungssystem entnehmen, wird es direkt am Gardena Schlauchanschluss des Wasserfilters angeschlossen. Die Pumpe bleibt dann ungenutzt und wird nicht in das Filtersystem eingebunden.

Letzte Handgriffe

Theoretisch kann man alles mit normalen Gardena Schlauchverbinder zusammenbauen. Nach einem ersten Test haben wir aber festgestellt, dass im Filter viel Wasser zurück bleibt. Je nachdem, wie oft man ihn nutzen möchte/muss, will man ihn nicht immer ausleeren und gleich trocknen. Deshalb haben wir am Filter zwei Wasserstop Schlauchverbinder angebracht, die ein Auslaufen des im Filter stehenden Wassers verhindern.

Die Superdyn Filterkartuschen sollten nach etwa 6.000 Litern oder 6 Monaten ausgetauscht werden – je nachdem, was zuerst eintritt. Um die Durchflussmenge zu kontrollieren, haben wir einen Gardena Wassermengenzähler besorgt, der ins Befüllsystem eingebunden werden kann. Der Zähler dient zur groben Orientierung (nein, es kommt nicht auf den Liter genau an). Dabei sollte man aber bedenken, dass man zwei Filter hat. Zeigt der Filter also 6.000 Liter an, hat jeder Filter nur grob 3.000 Liter gefiltert.

Fertig

Nun ist alles fertig und das Inline-Filtersystem kann in der Kiste verstaut werden. Von nun an, müssen wir uns keine Gedanken mehr um das Wasser machen, das wir an verschiedenen Hähnen zapfen oder den tollen Stellplatz in der Wildnis verlassen, weil das Wasser ausgeht. Ein tolles Gefühl!

Wissenswertes zum Superdyn Filterelement

Bei den angegebenen 6 Monaten Nutzungsdauer zählt nur die „nasse“ Zeit.
Beispiel: Bin ich vier Wochen im Urlaub, wo ich die Filter alle paar Tage benutze und nicht trockne, habe ich vier Wochen dieser Zeit verbraucht. Zuhause trockne ich die Filter. Das nimmt je nach Witterung bis zu einer Woche in Anspruch. Dann habe ich fünf Wochen von den sechs Monaten verbraucht. Nun lasse ich die Filter ruhen bis zum nächsten Einsatz einige Monate später. In dieser Zeit geht mir von den angegebenen 6 Monaten keine weitere Zeit verloren. Erst, wenn sie wieder benutzt werden, läuft weitere Zeit von den 6 Monaten ab.

Nutzt man die Filter dauerhaft, also nicht nur für ein paar Wochen Urlaub, sollte man sich ein zweites Filterpaar bereit legen und die Filter nach vier Wochen Dauernutzung vollständig trocknen, bevor sie wieder benutzt werden.

Bei der Lieferung unserer Filterelemente waren kleine Schwämme dabei. Sie werden benutzt, um die Keramik abzuschleifen, wenn der Durchfluss zu sehr abgenommen hat. Das ist kinderleicht und dauert nur wenige Minuten. Statt dieser mitgelieferten Schwämme können auch neue Topf-/Küchenschwämme (Glitzi-Schwamm) genutzt werden. Der Vorgang dauert dann geringfügig länger, geht aber auch.

 

Hast du auch ein Filtersystem im Wohnmobil oder möchtest dir eins besorgen? Welches nutzt du und wie zufrieden bist du damit? Schreibe uns in den Kommentaren deine Meinung.

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