Katadyn Nr. 7 Inox

Trinkwasserfilter – Erkenntnisse und Verbesserung

Wir haben bereits unsere Überlegungen und eine Bauanleitung zu unserem Trinkwasserfilter in einem anderen Beitrag (siehe Wasserfilter im Wohnmobil) vorgestellt. Nun sind wir mehr als zwei Jahre in unseren Urlauben damit unterwegs gewesen und haben unsere Erfahrungen gesammelt.

Hat sich unser Trinkwasserfilter bewährt?

Das ist wohl die wichtigste Frage. Und die können wir ganz klar mit „Jain“ beantworten.

Ja, er hat uns vor Magen-Darm-Erkrankungen und auch sonstigen Erkrankungen bewahrt, die wir vielleicht bekommen hätten, hätten wir tagtäglich unzählige Liter Oberflächenwasser aus Bach, Fluss und See in Rumänien, Polen, der Slowakei, Italien oder Frankreich ungefiltert getrunken. Und ja, unser Tank war nach wie vor schön sauber. Und ja, das Wasser war problemlos einige Tage im Hochsommer haltbar und trinkbar geblieben, ohne dass wir weitere Chemie hinzugekippt haben.

Katadyn Superdyn Innenleben
Weil ohnehin das Anschlussgewinde abgebrochen war, haben wir uns mal das Innere des Superdyn-Filterelements angeschaut. Es besteht aus einer Keramikschicht (links) und einer Aktivkohleeinheit (rechts).

Aber nein, mit dem Durchfluss waren wir nicht dauerhaft zufrieden.

Und nein, mit den Katadyn Superdyn-Filterkartuschen* waren wir im letztem Sommer auch nur mäßig zufrieden, denn sie gingen uns kaputt.

Und auch unsere Pumpe hat den Spaß auf Dauer nur eingeschränkt mitgemacht.

Das Problem mit dem Durchfluss

Das größte Problem stellte für uns der Durchfluss dar. An einem guten Trinkwasserleitungssystem mit ordentlichem Druck, wie wir ihn in Deutschland haben, hatten wir immer gut 2,8 Liter Durchfluss in einer Minute. Manchmal auch mehr. Das macht bei einem 200 l Wassertank etwa 1 Stunde und 13 Minuten reine Füllzeit. Ist der Druck geringer (wie mit unserer Pumpe und auch häufig im Ausland der Fall), dann erhöht sich natürlich die Zeit.

Wasserfilter an der Trinkwasserleitung
Ist der Wasserfilter an der Trinkwasserleitung angeschlossen, ist der Durchfluss ganz passabel.

Durchflussdiagramm von Katadyn nicht beachtet

Tja, wir dachten, unsere Filterelemente parallel zu schalten, um so den Durchfluss vom Trinkwasserfilter zu erhöhen, sei eine gute Idee. Dabei hatten wir aber das Durchflussdiagramm von Katadyn nicht beachtet. Dieses besagt nämlich, dass wir bei einem Druck von ca. 3,5 bar und 5° C Wassertemperatur einen Durchfluss von ca. 2,8 l/Min haben.

Bei gleichem Druck und 20°C Wassertemperatur haben wir aber laut Diagramm einen Durchfluss von über 4 l/Min. Halbieren wir den Druck (was bei Parallelschaltung der Filter im Filterelement passiert), haben wir bei 5°C die Hälfte des Durchflusses. Bei 20°C Wassertemperatur aber nur noch 1,75l/Min. Also weniger als die Hälfte. Wir haben uns somit selbst ausgetrickst.

Durchflussdiagramm Katadyn Superdyn
Am Durchflussdiagramm erkennt man unseren Fehler.

In unserem Fall hieß das, dass wenn wir Oberflächenwasser mit unserer Pumpe (1,7 bar) gepumpt hatten, hatten wir, je nach Wassertemperatur länger gebraucht als nötig. Aufgefallen ist uns der Fehler leider erst sehr spät.

Wasserfilter in Gebrauch
Filtern wir Oberflächenwasser, müssen u.a. viele Schwebstoffe aus dem Wasser gefiltert werden. Das macht der Keramikfilter.

Abhilfe für schnelleren Durchfluss

Beim Einfüllen in den Wassertank werden wir zukünftig keinen Katadyn Superdyn mehr einsetzen. Stattdessen haben wir uns für das Filterelement Nr. 7 Inox von Katadyn* entschieden. Das hat gleich mehrere Hintergründe:

  • der Durchfluss ist deutlich höher (bei 20°C Wassertemperatur und 3,5 bar Druck ca. 6,5 l/Min)
  • wir brauchen nicht zwingend einen Aktivkohlefilter vor dem Wassertank, sondern nur vor der Trinkwasserentnahmestelle.
  • uns sind schon zwei der Kunststoff-Anschlussgewinde der Superdyn Filterelemente abgebrochen. Das Filterelement Nr. 7 Inox hat Anschlussgewinde aus Edelstahl. 

Und weil wir jetzt schlauer sind als vorher, werden wir den Filter nicht mehr parallel schalten.

Katadyn Nr. 7 Inox
Der Katadyn Nr. 7 Inox ist ein Keramikfilter mit Edelstahlgewinde.

Filterung des Trinkwassers vor der Entnahmestelle

Weil wir zukünftig nur noch mittels Filterkeramik unser Wasser filtern werden, bevor es in den Tank kommt, werden wir vor unserem Wasserhahn in der

Alb Kohlefilter
Der Kohlefilter von Alb wird zukünftig unter unserer Spüle sitzen und unser Trinkwasser von den darin gelösten Stoffen filtern.

Küche einen Aktivkohlefilter* installieren.

[Bild Alb-Filter]

Der Filter der Firma Alb ist recht kompakt und lässt sich einfach in die vorhandene Trinkwasserleitung installieren.

Der Aktivkohlefilter filtert dann unser bereits von Schwebstoffen (Mikroorganismen, Sedimente) gereinigtes Wasser. Bei diesem Prozess werden die chemisch gelösten Stoffe und Schwermetalle wie Chlor, Blei, Medikamentenrückstände, Pestizide usw. aus dem Wasser herausgelöst. So schmeckt das Wasser gut und ist zum Trinken und Kochen geeignet.

Zu beachten ist jedoch, dass auf diese Weise nur am Küchenwasserhahn und auch nur das kalte Wasser gefiltert wird. Das ist für uns jedoch kein Problem, da wir den Boiler sowieso nur zum duschen einschalten.

Das solltet ihr, wenn ihr diese Filterlösung ebenfalls einsetzen wollt, auf jeden Fall berücksichtigen. Passt es nicht in euer Konzept der Wassernutzung, dann müsst ihr anders planen und umsetzen, zum Beispiel, indem ihr den Trinkwasserfilter direkt in die Leitung nach dem Wassertank und vor den Boilerabgang setzt. Bei uns war das leider aus Platzgründen nicht möglich.

Wieso die Aufteilung von Keramik und Kohle?

Weil so der Durchfluss beim Betanken unseres Wassertanks sehr hoch bleibt und der Tankvorgang schneller wird. An öffentlichen Versorgungsplätzen halten wir so auch nicht mehr den ganzen Verkehr auf. Beim Duschen brauchen wir für unsere Bedürfnisse nicht unbedingt 100% Trinkwasserqualität. Das Duschwasser ist frei von Krankheitserregern, aber wenn mal Chlor o.ä. im Duschwasser ist, stört uns das weniger. Wenn wir in einem See schwimmen, schwimmen wir ja auch nicht im Trinkwasser.

Auf diese Weise hält der Aktivkohlefilter natürlich auch länger, weil wir wirklich nur unser Trinkwasser filtern und nicht das Wasser zum Duschen oder mal Händewaschen.

Das Problem mit der Membranpumpe

Auch unsere Membranpumpe, die wir uns damals bei dem ähnlich gebauten Trinkwasserfilter von famous water abgeschaut haben, hat uns nur mäßig überzeugt.

Sowohl wir, als auch famous water haben mit der Zeit dazugelernt. Membranpumpen funktionieren erstmal. Haben aber ein großes Manko: setzt sich Schmutz in die Membranen, kann die Pumpe nicht keinen richtigen Unterdruck/Druck zum Anziehen und Weiterpumpen des Wassers aufbauen. Der Vorfilter der Pumpe reichte leider nicht aus, um den Schmutz vom Oberflächenwasser ausreichend vom Pumpeninneren fern zu halten. Und so lief die Pumpe auf Dauer immer schlechter. Und auch das Ansaugen von Wasser über eine größere Höhe war mit der Pumpe nicht möglich. Lag der Bach zu tief, mussten wir eine Zwischenstufe in Form eines weiteren Behälters einbauen, weil die Pumpe nicht genug Ansaugleistung hatte. 

Filtern von Bachwasser
Unser Setup beim Filtern von Bachwasser. Hier tat sich die Pumpe auf Dauer ziemlich schwer.

Abhilfe soll uns deshalb eine andere Pumpenart schaffen: eine Zahnradpumpe. Nicht nur, dass diese einen höheren Pumpendruck, bis zu 7 bar, aufbauen kann (was abermals unseren Filterdurchfluss erhöht), sondern auch kleinere Verunreinigungen machen der Pumpe weniger aus – so ist zumindest die Hoffnung.

Vor die Zahnradpumpe kommt, wie schon bei der letzten Pumpe, ein Vorfilter, der schonmal den gröbsten Schmutz aus dem Wasser holt.

Zahnradpumpe
Unsere neue Zahnradpumpe mit zusätzlichem Vorfilter und Ersatzzahnräder.

Da wir in der Vergangenheit auch erlebt haben, dass wir doch mal größere Höhen überwinden müssen (tief gelegener Bach oder ein Brunnen) haben wir zusätzliche als Erweiterung eine Tauchpumpe, die einfach nur das (noch ungefilterte) Wasser in einen Zwischenbehälter befördert, um von dort zum Filtern entnommen zu werden. Das wird uns zukünftig die Möglichkeiten, an Wasser zu kommen, deutlich erweitern.

Fazit

Unsere Überlegungen zum Wasserfilter waren nicht grundsätzlich falsch und der Filter hat funktioniert und vor allem eins getan: Bachwasser zuverlässig zu Trinkwasser gemacht. Unzufrieden waren wir nur mit einzelnen Komponenten und dem Durchfluss. Jammern auf mittelhohem Niveau also.

Unser neues Konzept soll dies nun optimieren. Wie das klappt werden die kommenden Reisen zeigen.

Hast du auch einen Wasserfilter im Einsatz? Wie hat sich dieser Bewährt oder suchst du noch nach der optimalen Lösung? Schreib mir doch einfach mal deine Gedanken in die Kommentare. 

4 Kommentare

  1. Moin moin
    Ich habe mir vor zwei Jahren in die Garage ein 2 Filtersystem 10″ und automatischen Schlauchaufwickler 20 m .eingebaut und werfe die
    Zum Heranzoomen mit der Maus über das Bild fahren
    300-Watt-Tauch-Rohrpumpe-in den Bach und alles super 1400 l /h allerdings , dauert nur ein par Minuten (23 L/Min ) kommt auf die Größe des Tankes an.

  2. Hallo,
    grundsätzliche Anmerkung.
    Beim parallelschalten der Filter bleibt der Druck an beiden Filtern immer gleich, er ist immer so hoch, wie ihn die Pumpe bereitstellt. Ist die Pumpe in der Lage genug Wasser zu fördern, können beliebig viele Filter parallel geschaltet werden, der Druck pro Filter bleibt immer so hoch wie ihn die Pumpe bereitstellt. Erst wenn zwei Filter in Reihe geschaltet werden halbiert sich der Druck pro Filter, bei fünf Filter in Reihe, auf ein Fünftel pro Filter, vorausgesetzt, der Durchflusswidererstand der Filter ist gleich.
    Grüße
    Werner

    1. Guten Morgen Werner,
      stimmt, du hast Recht, da hat sich ein Fehler eingeschlichen. Danke fürs Aufmerksam machen. Da muss ich nochmal nacharbeiten.

      Außerdem haben wir ohnehin noch ein kleines weiteres Problem mit der neuen Pumpe entdeckt, das muss auch noch eingearbeitet werden.

      LG Christa

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